Das drölfzigste Stöckchen

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Das Stöckchen hier habe ich bei DigiTalk aufgesammelt.

Anders als andere Stöckchen hat dieses einige Regeln:

* Alle Fragen beantworten
* Wenn Dir eine Frage nicht zusagt – einfach weglassen und durch eine andere ersetzen.
* Auf jeden Fall eine eigene Frage anfügen, damit das Stöckchen weiter wächst
* Leite das Stöckchen an 8 Leute weiter

1. Welches Parfum benutzt Du zur Zeit?
Dreaming von Tommy Hilfiger
2. Song des Tages?
Moment, erstmal Winamp starten… “Lucky Boy” aus dem Bollywoodfilm “Bachna Ae Haseeno”
3. Was ist Dein Lieblingsfilm?
Das letzte Einhorn
I am Legend
4. Was ist Dein Highlight des Tages?
Heute? Ich hoffe auf Entspannung nach der Arbeit. Aber es ist nicht sicher, ob das geht.
5. Was willst Du unbedingt lernen ?
Ordnung ins Chaos bringen zu können
6. Was hast Du zuletzt gekauft?
Öhm, 50 Liter Super bei der Tankstelle. Ansonsten… *überleg* … Weiß nicht.
7. Was ist Dein Lieblingswetter?
Sonne, 22°C (dem schließe ich mich an)
8. Was ist momentan Dein wichtigstes Ziel?
Die Woche überstehen. Irgendwie geh ich grad auf dem Zahnfleisch, seelisch wie körperlich.
9. Was denkst Du über die Person, die Dich getaggt hat?
Mich hat keiner getaggt, ich habe das Stöckchen einfach geklaut. Und DigiTalk – nun, er ist der Mensch, mit dem ich am Liebsten diskutiere – egal über was. Und dann kanns auch ordentlich krachen; aber ich genieße das. Klingt komisch, ist aber so. :)
10. Wenn Du ein komplett eingerichtetes Haus irgendwo in der Welt bezahlt bekommen würdest, wo würdest Du es hinhaben wollen?
Irgendwo am Meer, wo es schön warm, aber nicht zu warm ist.
11. Was würdest Du, wenn Du könntest, an Dir ändern?
Mein Gewicht. Ich mache mir Sorgen um meine Gesundheit.
12. Wenn Du für die nächsten Stunden irgendwo auf der Welt sein könntest, wo wärst Du gerne ?
An der Nordsee in einem Strandkorb, die Sonne auf meine Füße scheinen lassen und den salzigen Geruch des Meeres schnuppern…
13. Wen würdest Du gerne mal treffen?
Den Typen, der mich laut der “Um-fünf-Ecken-kennen-wir-uns-alle”-Theorie mit Johnny Depp verbindet. Wer die Theorie nicht kennt, bitte googlen ;)
14. Was ist Dein Lieblingsstück in Deinem Kleiderschrank?
Meine Klamotten verteilen sich größtenteils auf Reisetaschen. Aber ich glaube mein Lieblingsteil sind meine bunt geringelten Zehensocken.
15. Was ist dein Traumjob?
Meiner! Ja, ich glaube das kann ich so sagen.
16. Welche sind deine Lieblingsbands?
Pink Floyd
Wir sind Helden
17. 3 Dinge, die dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern?
Mein Bett abends, in lauter Vorfreude ;)
Ein gutes Steak (stimmt, seh ich auch so!)
Ein Schaumbad, das mir mein Schatz bereitet mit Kerzen drumrum und einem guten Buch. Vielleicht auch mit einer anschließenden Rückenmassage.
18. Was ist deine Lieblingsgroßstadt?
Bonn. Diese Stadt hat irgendwie was Schrulliges. Rheinische Gemütlichkeit ohne Pomp.
19. Was ist zur Zeit dein Lieblingslied?
Nicht lachen – “Ohne dich (schlaf ich heut nicht ein)” von der Münchener Freiheit…
20. Was ist deine Lieblingsserie?
Akte X, Dr. House
21. Was hast du gerade an?
Einen Sommerpyjama (Top und kurze Hose)
22. Was ist dein Lieblingsbuch?
Hm, da ich Bücher nur einmal lese, ist das schwierig zu sagen. Stephen King gefällt mir immer ganz gut, und Dan Brown.
23. Dein Mittagessen ?
Käsesuppe, habe ich vorhin gehört. Lecker! Blöderweise sagt meine Mutter immer Zwiebelsuppe dazu… Lustig!
24. Wann hast du heute Feierabend?
Laut Plan um 16.30.
25. Was ist deine Lieblings-Anime-Serie?
Anime? Find ich eigentlich immer ziemlich lächerlich…
26. Wie sieht für die Entspannung aus?
Das besagte Schaumbad oben…
27. Was war deine allererste (eigene) CD?
Ich glaube,das war ein Dschungelbuch-Hörspiel.
28. Welchen Film hast Du als letztes gesehen?
Star Trek. Der Freund meines Cousins sieht haargenauso aus wie der junge Mr. Spock, ohne spitze Ohren!
29. Hast du die Wörter “Internet” und “Computer” schon mal gehört oder ist das für dich alles GAGA-GOGO-TRALAFITTI?
Wie jetzt?
30. Angenommen Du knackst heute den Lotto-Jackpot, was würdest Du ganz sicherlich nicht tun?
So tun als wär nix gewesen. Da wär Party angesagt!
31. Wie lange musstest du für deine Frage überlegen ?
Bisher habe ich mir noch keine ausgedacht.
32. Wie findest du dieses Stöckchen hier?
Ungewöhnlich ;)
33. Noch’n Kaffee?
Lieber einen Latte Macchiato, danke.
34. Wieviel Follower hast Du bei Twitter ?
Ist das wieder so ein virtueller Schwanzvergleich? 64.
35. Welches Betriebssystem benutzt Du primär?
Windows XP Professional.
36. Welchen Star würdest du ohne weitere Nachfrage heiraten, wenn er/sie dich fragen würde?
Vermutlich keinen, da ich nicht auf offizielle Auftritte stehe. Da würde ich mir lächerlich vorkommen.

Und meine Frage: Wenn du drei Wünsche freihättest, was würdest du dir wünschen?

Falschrum-Stöckchen

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Ein Stöckchen, das ich im Stöckchenblog gefunden habe. Find ich ganz lustig, muss mir aber überlegen, was ich schreibe!

Bitte befragen Sie die folgenden Antworten.

1.) Mit anderthalb. Meine Eltern waren extrem begeistert. Wann hast du das erste Mal Sand gegessen?
2.) Bloggen, Autoscooter fahren, Werbezettel in der Fußgängerzone verteilen, Bohnenzüchten auf dem Balkon, Kastanienmännchen basteln, Polo spielen, Hühnereier mit Weihnachtsmotiven bemalen, Freunde treffen. Welche spontanen Wochenendbeschäftigungen würden dir einfallen?
3.) In Peking. Wo würdest du dich niemals wohlfühlen?
4.) Ja. Als ich das letzte Mal ein Gewehr in der Hand hatte, hätte ich beinahe den Mann vom Rummelplatz erschossen. Hast du mal etwas totel Seltsames geträumt?
5.) Ungefähr drei- oder viermal pro Jahr. Öfter geht nicht, zu anstrengend. Gehst du oft Laufen?
6.) Das ist schon ewig her. Zehn oder elf Jahre, glaube ich. Wann hattest du deinen ersten Freund?
7.) Den Wirtschafts-Nobelpreis. Welcher Preis ist überhaupt nichts für dich?
8.) Äh, da muss ich länger nachdenken. Boris Becker vielleicht? Mahatma Gandhi? Ach nee, jetzt hab ich’s: Ursula von der Leyen. Fällt dir ein B-Promi ein?
9.) Im Oktober 2006. Wann wurdest du 24?
10.) Also wirklich, diese Frage würde ich nicht mal meiner besten Freundin / meinem besten Freund beantworten. Geschweige denn wildfremden Menschen. Was würdest du mit dem Ersteller dieses Stöckchens machen, wenn du die Gelegenheit dazu hättest?

Blogjulklapp: Indien – die “Aussenansicht”

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Im Rahmen von Konnas Blogjulklapp kommt hier nun mein – zugegebenermaßen etwas verspäteter – Gastbeitrag.

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um meine Sicht von HappyKerkys Indienaufenthalt niederzuschreiben.

Als sie das erste Mal sagte “Ich bin dann wahrscheinlich zwei Monate in indien” habe ich mir noch gedacht, dass dies wahrscheinlich nicht so klappen wird. Welche Firma schickt ihre neuen Mitarbeiter schon direkt nach Indien?

Aber als das Ganze immer konkreter wurde und ich erfuhr, dass es ja auch eine indische Firma ist, wurde mir die Sache immer plausibler – und HappyKerky immer nervöser. Sie sollte also zum ersten Mal in ihrem Leben für eine lange Zeit in unerreichbarer Ferne sein.

gut, habe ich mir gedacht, das wird sicher eine interessante Erfahrung sein. Das es leicht wird, dachte ich mir nicht – und ganz so leicht war es dann ja auch nicht. Der Tag rückte immer näher, sie wurde nervöser, kaufte mehr und mehr Indienbücher und ich wusste nicht, was mein virtuelles Schwesterlein denn erwarten würde. Sie fand die hier im Blog eingebundenen Videos von Mumbais Straßenverkehr und ich dachte mir nur “Hoffentlich überlebt sie das”.

Die Abreise kam, der Abschied fiel leichter als gedacht (mein Hirn hatte das mit den zwei Monaten wohl noch nicht so ganz verdaut) und HappyKerky flog etliche Stunden über den Wolken.

Zwei Tage hörte man nichts von ihr. Dann kamen erste Skype- und ICQ-Nachrichten. Alles war bestens nur so überwältigend neu. Das Appartment entsprach in keinster Weise irgendwelchen westlichen Standards und sie vertrug das Essen nicht so.  Aber HappyKerky hat sich durchgeschlagen. Sie warf sich mit frohem Mut in die tollsten Abenteuer (Sprich: indisches Engisch, indisches Essen und indischer Straßenverkehr) und kam immer besser damit klar. Mir fehlte siie und ich war froh, dass zumindest die virtuelle Kommunikation aufrecht erhalten werden konnte. So war ich mir sicher, dass es ihr auch tatsächlich gut ging – ausserdem fehlte sie mir.

Nach dem ersten Monat hätt ich sie gerne mal geknuddelt, was aber leider nur virtuell ging. Die Hälfte geschafft, die halben sorgen auf meiner Seite ausgestanden und eine unversehrte HappyKerky auf dem Rückflug in überschaubarer Zukunft. Erleichterung meinerseits darüber, dass ihr Magen mit dem Essen immer besser klar kam (ich sah schon eine ausgemergelte Kerky auf dem Flughafen auf mich zukommen, die sich hinter Kate Moss hätte verstecken können) und sich schon so an den indischen Straßenverkehr gewöhnt hatte, dass ihre Überlebenschancen drastisch gestiegen waren.

Dann kam der Rikschaunfall und der Krankenhausaufenthalt, den ich per Instant-Messenger mehr oder minder live mitbekam. Und das kurz vor dem Ende. Und sie hatte sich noch für eine zweiwöchige Verlängerung entschieden. Als ich das hörte (bzw. las) dachte ich mir nur “Mutig! So lange durchgehalten und dann noch zwei Wocheen länger – Respekt!”

Aber HappyKerky hat alles so gut wie Schadlos überstanden, ist um einige Erfahrungen reicher und im Grunde immer noch die selbe wie vorher.

Zu ihrer großen Überraschung habe ich sie am Frankfurter Flughafen abgeholt (und traf dort ihre Eltern), da ich sowieso gerade in der Nähe war und mir diese Gelegenheit nicht nehmen lassen wollte.

So gab es ein schönes Wiedersehen als sie im Sari aus der Tür zum Gate kam und sie ist mir erstmal um den Hals gefallen. Ich merkte, dass sie trotz aller schönen und positiven Erfahrungen froh war, wieder hier zu sein.

Es ist halt vieles schön, aber einiges eben nur eine Zeitlang :-) So hatte sie endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen und ich endlich meine Schwester wieder. Seitdem ist sie mehr Schwesterchen für mich als je zuvor.

Es war eine interessante Zeit, und HappyKerky würde sie wahrscheinlich wiederholen, wenn sie könnte, aber Sorgen machen würde ich mir immer wieder. Ich war nur sehr froh, dass sie bei den jüngsten Anschlägen nicht mehr in Indien war. Das mein Chef seit anderthalb Monaten in Thailand ist, reicht mir an Fremdaufregung :-)

For my Indian friends

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When I go home in some time, I will miss many things. I will miss the Riksha drivers refusing to take me somewhere because it is raining, there are too many potholes or the journey would be too short. I will miss the buses, hopelessly crowded with people, with advertisements on the sides for Java trainings. I will miss the dogs on the roads, which seem to be totally unterrified of the traffic and the people. I would like to have such a dog as a pet. I think they are very cute. I will miss the diversified Indian food – I have never tasted so many different things in such a short time. I will miss the strange habits I have read about in books, and then I came here to experience that most of them are true… And after all, I will miss the people. Some of them are just staring; others have a sunny smile and ask for my name. They always ask the same questions like “Where do you come from?” and “Do you enjoy your stay in India?” I will also miss the gesture to say “Yes” – a rolling gesture with the head, which would mean “Well, I don’t know” in Germany. When I came here, I did not recognize the gesture as anything and waited for a nod although I have been warned before by my aunt. Many people try to help when there are some problems, for example with catching a “Rik”. After some time, a crowd of people are standing next to you, watching the map you have unfurled and give some hints for your trip. The people here seem to be very happy if you say “Namaste” instead of “Hello” – but I have not managed to learn Hindi properly yet. I just can’t pronounce the words. People are giggling if I try. Yesterday I heard “I like your pronunciation of that word, say it again” – well, see… I think it is as hard as learning Chinese.
My friends and family at home in Germany are promising things when they talk / chat / sms with me. “I will make some French fries and fish fingers when you come home”, “Do you want a steak in our favorite restaurant?”, “We will have a barbeque”, and “Let’s go eat some ice cream when you come”. Yes, it’s all about food. There are some things I miss here, but I believe, if I go home to Germany, I will miss the “real” Indian food as well. There is just one Indian restaurant in my hometown in Germany, I have been there with my friend Nina a few years ago and we did not like it. The food was ok but… well; we did not like the atmosphere there. There was an odd guest shouting “This is not an Indian curry” (In English!). The waiter answered politely, “We can talk German also, you do not need to talk in English” and threw him out of the restaurant. We never went there again.
I will miss the Indian dresses also. Indian girls look very proud and self-confident if they wear a saree or the other thing which name I have already forgotten (Salwar Kamiz? That is what I found in Wikipedia…). I tried to fit some of those suits, but there was nothing in my size, which made me sad. I try to lose weight, but I don’t think I will manage to lose so much in such a short time (I don’t even think this would be healthy). So I am going to look for something for “big girls”. I hope there is any…
There are some things I don’t like, of course, like the climate and the impossibility to cross the road in the mornings because there is so much traffic. But those are just small things you can bear pretty easily. I will miss India, and the people there. I hope I will stay in contact with my Indian friends and will come back to India sometime.

Das Toilettenpapier

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Klopapier ist ein ganz eigenes Thema in Indien. Im Apartment war welches, ja, aber nur sehr wenig. Und auch nach Nachfragen an der Rezeption gab es (bisher) kein neues. Toilettenpapier ist in Europa völlig alltäglich, und keiner macht sich Gedanken darum. Es ist immer genug da. Doch was passiert, wenn es plötzlich keins mehr gibt? Man kann nicht einfach nach Klopapier rufen, wie in diesem alten Kinderlied: „Und dann kam der zweite, der sich dort einreihte, und er schrie nach Klopapier, Klopapier…“ Nein. Ganz und gar nicht. Mama hilft hier nicht. In den Keller gehen geht auch nicht (ich weiß nicht ob dieses Gebäude überhaupt einen Keller hat). Also muss man sich selbst Klopapier kaufen. Mein Kollege und ich ließen uns heute extra zu diesem Zweck bei einem schäbigen Supermarkt um die Ecke absetzen – wir sagten dem Fahrer nicht, wieso, er grinste schon genug als wir wieder herauskamen. Auf den ersten Blick gab es nur eine Rolle. In diesem Supermarkt gab es alles, von Mais bis Haarfärbemittel. Und eine Rolle Klopapier. Später wurden wir fündig, insgesamt gab es fünf (!) Rollen, die meisten davon waren bereits kaputt oder ausgepackt. Aber wir waren froh, dass es überhaupt welche gab. Meine Rolle kostete 46 Rupien, wenn ich das richtig verstanden hatte. Das sind umgerechnet in etwa 80 Cent. Toilettenpapier ist in Indien offensichtlich Luxus. Für 46 Rupien würde man unter Umständen eine komplette Mahlzeit bekommen.
Also, solltet ihr beim nächsten Mal zum Toilettenpapier greifen, denkt daran, wie gut ihr es habt.

Der Geruch Indiens

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Vor dem Antritt meiner Reise wurde mir von mehreren Personen gesagt, dass Indien seltsam riecht. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Irgendwie anders… Nach Gewürzen vielleicht, nach Essen und nach Benzin. Ich war neugierig auf diesen Geruch. Meine Mutter hatte sich Sorgen gemacht, weil ich geruchsempfindlich bin. Jedes Mal, wenn ich in Indien vor die Tür ging, nahm ich einen tiefen Atemzug. Doch ich wurde enttäuscht. Mir fiel nichts auf. Manchmal roch es nach Essen, ja, aber mehr auch nicht. Und niemand, der mir bisher begegnet ist, stank. Und keiner hat mich aus Versehen angespuckt. Sollten diese Klischees am Ende falsch sein? Täuschen sich die Europäer, die dort waren und alles falsch in Erinnerung haben?

1. Tag

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Das Telefon schrillte. Bis ich das kapierte, dauerte es eine ganze Weile. Was ist das wohl für ein Geräusch? Ich schlug die Augen auf und nahm den Hörer ab.
„Hello?“
Ich war verwirrt. Also sagte ich,
„Kerstin Görtz…“
So antwortete ich immer zu Hause, wenn jemand mich anrief. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagte etwas. Ich verstand nichts.
„Pardon?“
Ein Wort das ich damals beim Schüleraustausch in England gelernt hatte. Der Mann wiederholte seine Worte, diesmal etwas langsamer. Er war offenbar von der Rezeption, und er wollte meinen Kollegen sprechen. Ich ärgerte mich. War ich nicht kompetent genug, auch Sachen zu regeln?
„He is in the other room.“
„Okay.“
Der Mann legte auf. Huch, hatte er nicht was vergessen? Normalerweise sagt man doch Bye oder so was …? Ich starrte den Hörer an und legte stirnrunzelnd auf. Ich legte mich wieder hin.

Fünf Minuten später rief der gleiche Mann noch mal an.
„Here is the reception.“
Mir fiel nichts anderes ein als „Okay.“
„Your colleague does not go to the phone.“
„I think he is too tired…“ Nun, kein Wunder, in Deutschland wäre es gerade mal 6 Uhr morgens.
„Okay, there is someone on the phone for you. You can speak now.“
Ui, ein Anruf für mich! Na ja, für meinen männlichen Kollegen, der nicht ans Telefon geht. Haha. Ich kriegs Kotzen. Na ja, die Rolle der Frau ist hierzulande offensichtlich anders als zu Hause. Daran werde ich mich sicherlich nicht gewöhnen. Dafür bin ich zu emanzipiert.
„Here is “. Es war mein Projektmanager.
Ich hoffte ich würde genug verstehen, er redete genauso undeutlich wie der Mann an der Rezeption. Er wollte mir offenbar mitteilen, dass meine indische Kollegin sich darum kümmern würde, wann wir morgen in der Firma auftauchen sollen. Außerdem fragte er, ob der Trainingsplan angekommen sei. Und das war offensichtlich alles, denn kurze Zeit später legte er auf, wiederum ohne tschüss zu sagen. Das scheint wohl üblich zu sein.
Seufzend legte ich meinen Kopf wieder aufs Kissen, nur um kurze Zeit später wieder angerufen zu werden. Ich wurde nach Frühstück gefragt. Juhu! Ich hatte schon Hunger. Der Mann von der Rezeption fragte mich, was ich essen wollte.
„Do you want coffee?“
„Okay, coffee is fine.“ Ich bin zwar kein Kaffeetrinker, aber dem Tee vertraute ich bisher nicht.
„Omelette?“
„Okay.“ Da weiß ich wenigstens, was das ist. Ich dachte, er würde sicher mit irgendwas Seltsamen kommen später, wovon ich nicht weiß was das sein soll, für Experimente war es definitiv noch zu früh.
„With or without cheese?“
„With cheese, please“. Trockenes Omelette, na ja… Ich wusste nicht wann ich das nächste Mal etwas essen würde, etwas Nahrhaftes musste es also sein.
„Bread?“
„Bread is okay, thank you.“ Juhu, Brot.
„Bread? Toast? With butter?“
„Toast with butter.“ Jetzt fang nicht an, mich zu überfordern!
Er legte auf. Natürlich ohne ein Tschüssikowski und Bisdannimanski.

Flug und Ankunft

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Während der Fahrt zum Flughafen musste ich oft schlucken. Jetzt sollte es losgehen. Meine Eltern und mein Bruder kamen mit. Während der Fahrt bat ich meinen Vater, anzuhalten um zu gucken ob mein Reisepass auch wirklich da sei. Wenn ich sehr nervös bin, und das war ich, schaue ich mich immer um ob ich nicht etwas verloren habe. Der Reisepass war da. Nach etwa 2 Stunden Fahrt waren wir auch schon da. Der Frankfurter Flughafen ist groß, wenn nicht riesig. Ich machte mir Sorgen meinen Kollegen nicht zu finden. Ich machte mir eigentlich über alles Sorgen. Und das unbegründet, wie sich schließlich herausstellen sollte. Der Kollege kam und erkannte mich gleich, der Koffer wurde nicht beanstandet (22,5kg) und wir bekamen beide einen „Upgrade“ und durften in der Businessclass mitfliegen (am Anfang war die Rede davon dass wir eventuell gar keinen Sitzplatz bekämen, aber wir machten auf wichtig und „Das ist mein Kollege“ und „Wir brauchen diesen Flug unbedingt!“). Beharrlichkeit siegt. Und die Businessclass (die in einer Boeing 747 gleichgestellt ist mit der First Class) ist wirklich sehr komfortabel. Zwei Essen mit drei Gängen (beim Abendessen war ich immer noch satt), so viele Filme schauen wie man will, Platz satt… Ich glaube ich möchte nie wieder 2. Klasse fliegen ;) Der Blick auf Mumbai bei Nacht war atemberaubend. Mir stand der Mund offen. Ich konnte nicht glauben, dass ich tatsächlich in ein paar Minuten dort landen würde. Aber doch, das tat ich, nach ein paar Komplikationen (kam mir jedenfalls so vor). Es regnete nicht. Es war allerdings schwülheiß. Am Kofferband schwitzte ich furchtbar, vor Angst der Koffer könnte verlorengegangen sein und wegen der Hitze. Ich konnte kaum atmen. Als wäre zu wenig Sauerstoff in der Luft. Zigmal wurden die Ausweise kontrolliert. Ein Schild wies später daraufhin, dass ab jetzt keine Checks mehr kämen. Wie beruhigend. Das Schild log aber. Mein Kollege wurde von einem Securitytypen angehalten auf dem Weg nach draußen. Ich verstand so gut wie nichts, obwohl mein Englisch eigentlich okay ist. Der Akzent des Mannes war so stark, dass mein Kollege ihn darum bat, langsamer und immer langsamer zu sprechen. Glücklicherweise kam unser Fahrer und erlöste uns, irgendwie hatte ich das Gefühl der Mann wollte meinen Kollegen verschleppen – er sollte die Koffer stehenlassen und mit ihm gehen. Warum auch immer. Unser Fahrer grinste breit und sprach anfangs nur mit meinem Kollegen, um sich dann später nach mir umzudrehen, um zu fragen: „Who is this?“ Ich glaube er fragte meinen Kollegen, und war verwundert, dass ich selbst antwortete. Warum sollten Frauen auch Englisch können… Na ja ich machte das Beste draus. Das Auto war ein Geländewagen mit Vorhängen an den Fenstern. Erinnerte ein bisschen an ein Hippie-Auto. Ich stieg hinten ein, ein Fehler – ein Anschnallgurt ohne Befestigungsmöglichkeit. Ich dachte darüber nach, ob ich ihn darauf ansprechen sollte, damit er vorsichtiger fährt, ließ es aber, als er über eine rote Ampel fuhr. Die Straßen waren unglaublich kaputt, teilweise kam der Wagen kaum vorwärts. Hunde liefen frei auf der Straße herum und wurden fast platt gefahren. Es war halb drei Ortszeit, es war aber trotzdem brechend voll. Das Apartmenthaus war allerdings in einer ruhigen Straße, die schrecklich kaputt und dreckig war. Ich war dennoch froh, angekommen zu sein. Mein Kollege zögerte bei seiner Unterschrift, um die Schlüssel zu bekommen. „Ich bin Linkshänder“, sagte er später, na ja, da sind wir schon zwei. Er gab dem Fahrer die Hand, und ich hielt ihm auch die Hand hin (ja, ich weiß, das tut man nicht, aber ich bin nicht verheiratet!), und er zögerte. Er nahm sie dann aber doch. Ich muss das noch üben glaube ich, ich habe nicht daran gedacht, dass der Gruß hier anders geht… Das eine Zimmer ging erstmal gar nicht auf. In dem anderen (meinem) Zimmer war im Schlafzimmer die Klimaanlage kaputt. Ich würde mich später darum kümmern, dachte ich, nun würde ich aber versuchen zu schlafen. Ich stellte meinen Koffer und das Handgepäck hin und schaute mich erst einmal um. Ein Sofa mit einem Sessel, ein Couchtisch, ein Fernseher und ein Schreibtisch. Ich fand sogar einen LAN-Anschluss. Es gab viele Lichtschalter, von denen mehr als die Hälfte nicht ging. Einer war für den Ventilator an der Decke. Es gab sogar einen Esszimmertisch, auf denen zwei Flaschen mit nicht gerade vertrauenerweckender Flüssigkeit standen. Es sollte wohl Wasser sein. Davon würde ich die Finger lassen, obwohl mir nicht ganz klar war, was ich stattdessen trinken sollte. Die Küche war ein Witz. Eine große Ablagefläche mit einem Waschbecken darin, und einem Mülleimer. Sonst nichts. Ich würde hier nicht einmal Wasser abkochen können, geschweige denn ein Essen zubereiten. Das Badezimmer war winzig, die Dusche nur durch einen Duschvorhang erkennbar. Das Toilettenpapier habe ich erst am nächsten Tag gesucht – es war sogar welches da. Aber nur wenig. Ich würde daran denken müssen, neues zu kaufen. Das Schlafzimmer war recht groß, mit einem Doppelbett und einem großen Schrank (den -kaputten- Safe darin habe ich auch erst am nächsten Morgen entdeckt). Ich stellte den Ventilator an, die Klimaanlage funktionierte ja nicht, und legte mich ins Bett. Ich starrte zur Decke und fühlte mich … wie Indiana Jones. Ja. Indiana Jones. Die Lichter von draußen zeichneten ein Schattenspiel an die Decke, welches nur von dem Ventilator unterbrochen wurde. Ich war nicht müde, versuchte aber trotzdem zu schlafen. Um fünf Uhr morgens Ortszeit weckte mich nach wenig Schlaf ein Muezzin. Es scheint wohl doch eine große Gemeinde von Muslimen zu geben in Mumbai. Ich starrte weiter an die Decke und hörte ihm gebannt zu. Er hatte eine schöne Stimme, allerdings dachte ich ernst darüber nach, ob wirklich jemand freiwillig so früh aufsteht, um seinen Singsang über die Stadt zu verbreiten. Vielleicht kam die Stimme sogar von Band. Grübelnd über die ganzen Seltsamkeiten schlief ich wieder ein.

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