Das Winamp Orakel

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Ich glaube nicht an Hokuspokus, aber manchmal habe ich ein paar Anwandlungen dass ich sage, das nächste Lied was in Winamp gespielt wird, hat in seinem Text eine wichtige Botschaft für mich. Was liegt da näher, es für die Reise nach Indien auch zu tun?

Winamps Shufflefunktion wählte Pink Floyd – “Comfortably Numb”. Und tatsächlich. Eine Textzeile lautet:

“Come on it’s time to go.”

Ja, Winamp hat immer Recht. David hats schon immer gewusst ;)

Langsamer Abschied….

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Tja, so langsam siehts aus, als würde ich tatsächlich und schlussendlich nach Indien fliegen. Die ersten Leute haben sich schon von mir verabschiedet… Mein Freund war am Wochenende da, meine Schwester ist am Montag zurück nach Speyer gefahren, und gestern war ich mit meinen Eltern und meinem Bruder bei unserem Lieblingschinesen essen (“Prost – und tschüss!”). Heute Abend geh ich mit meinem besten Freund Enchiladas futtern (ja, ich werde dick und rund, bevor ich ins Flugzeug steige!).
Hach, ich werde euch alle vermissen, meine Hasis! Ich hoffe, dass ich mit allen wenigstens ein bisschen in Kontakt bleiben kann (von diversen Postkartenbombardements abgesehen), und dass ich kaum Zeit haben werde, mich tierisch nach euch zu sehnen.
Ich werde viel trinken, damit ich nicht dehydriert ins Flugzeug steige nachdem ich Sturzbäche im Terminal geheult habe ;)

Mein vielzitierter Vielleicht-Kollege ist nun übrigens ein richtiger Kollege geworden, er wird mich im Flugzeug begleiten. Na wenigstens etwas, so kann ich jemanden 8 Stunden lang nerven mit diversen Hindi-Wörtern die ich versucht habe zu erlernen, aus meiner Sicht seltsamen Gebräuchen von denen ich bisher glaube, dass sie in Indien tatsächlich existieren, und den ich zur Not auch geflissentlich ignorieren kann, falls ihn mein Gebrabbel überhaupt nicht interessieren scheint. Nach dem Flug kann ich dann hoffentlich direkt ins Bett (obwohl ich ganz sicher nicht müde bin! – Zeitverschiebung und so), obwohl heute ein Kollege meinte, es wäre gar nicht sicher ob ich nun tatsächlich ein Apartment drüben habe *schluck*… Naja, zur Not gibts für die erste Woche ein Hotelzimmer…

Business Visa

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Vorgestern war ich in Essen, um mein Business Visa für Indien zu beantragen. Ich war ja schon froh, dass ich nicht nach Frankfurt fahren musste – denn dort ist das für NRW zuständige Konsulat. Jeden 1. Dienstag im Monat gibt es in Essen ein “Camp”, und da bin ich also hingefahren. Mit Davids Navi war das auch kein Problem; das Indische Honorarkonsulat befindet sich im Gebäude der Stadtverwaltung von Essen-Borbeck. Parken ist dort kein großes Problem, in einer Nebenstraße ist ein kleiner Parkplatz, auf dem man 2 Stunden stehen darf.
Das Konsulat befindet sich im 3. Stock; das musste man erst einmal herausfinden, denn der Anschlag hinter der Tür war etwas verwirrend. Ich bin einfach mit dem Aufzug gefahren und schaute in jedem Stockwerk aus der Tür … Bevor ich den Antrag abgeben konnte, musste ich erst einmal eine Nummer ziehen. Seufzend setzte ich mich ans Fenster und sprach eine junge Frau an, die neben mir saß, wie lange sie denn schon warten würde. Sie war sehr nett und erklärte mir unter Anderem, dass ich erst einmal meine Unterlagen bei einem Mann überprüfen lassen sollte, der in der Mitte saß. Er machte mich darauf aufmerksam, dass ich mein Geburtsdatum vergessen hätte. Uups… Neben dem Antrag selbst musste ich noch ein weiteres Dokument ausfüllen, ich weiß nicht warum, da die Informationen darauf auch im Antrag stehen. Zwei Passfotos mussten auch eingereicht werden. Wieder diese hässlichen fotometrischen Dinger, die von meinem Reisepass übrig geblieben waren. Auf ihnen sah ich aus wie eine Kindermörderin. Nach anderthalb Stunden war ich dran – die Nummern wurden allerdings nicht ausgerufen, und auch nicht angezeigt, die Leute mussten sich selbst untereinander verständigen welche Nummer sie haben.

Zwei Männer kümmerten sich um mich. Der eine sah typisch deutsch aus, leichter Bauch, recht jung, blond… Der andere allerdings war ein Inder, mit Turban. Insgeheim dachte ich, warum trägt er so einen Turban? Ist das ein Runninggag im Konsulat? Kein anderer Inder hatte einen, nur er. Er war ebenfalls recht jung. Der Turban wirkte also etwas deplatziert. Jedenfalls musste ich lachen als ich die beiden da nebeneinander sah. Ich lachte nicht mehr, als sie mir den Preis für ein Business Visa nannten. 160 Euro für ein Jahr, kürzere Visa werden seit heute nicht mehr ausgestellt. Soviel hatte ich gar nicht dabei. Ich kam auf 145 Euro. Also rannte ich schleunigst aus dem Gebäude, rein in die nächste Bank, und wieder zurück. Zum Glück musste ich nicht noch einmal eine Nummer ziehen.

Das Tolle ist, mit dem Warten wars noch nicht zu Ende. Erst ein paar Stunden später wurden die Reisepässe mit dem heiß umkämpften Stempel wieder ausgegeben. Was macht man in der Zwischenzeit? Ich befragte das Navi erst einmal nach dem nächsten McDonald’s und später nach dem nächsten Park.

Ich war angenehm überrascht. Mitten im Pott war ein wunderschöner kleiner Park (dessen Name ich direkt vergaß), mit einem Teich und Minigolfplatz.

Springbrunnen

Direkt am Wasser konnte man sich hinsetzen und im Halbschatten die Enten beobachten, die direkt ankamen, in der Hoffnung auf Futter. Das Schild “Füttern verboten” schien wohl kaum jemanden zu kümmern. Nach ein paar Minuten schwenkten sie allerdings enttäuscht um und suchten nach weiteren Passanten. Der Springbrunnen in der Mitte spritzte das Wasser ungefähr sechs Meter hoch. Irgendwie gefiel er mir. Ich setzte mich also auf eine der komplett durchgesessenen Bänke (wirklich, als hätten 300 Kilo- Männer darauf gesessen) und genoss das schöne Wetter.

Durchgesessene Bänke

Als allerdings ein Mann sich zu mir gesellte, biertrinkend, entschloss ich mich, wieder zum Konsulat zu fahren. Das hatte sich gelohnt, denn schon vor der angegebenen Zeit (16.00 Uhr) konnte ich endlich meinen Reisepass in Empfang nehmen und nach Hause fahren.

Indienzeit!

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Heute habe ich mit der Bank gesprochen, die Travellers Cheques kann ich nächste Woche Montag abholen. Ich wusste gar nicht, dass das so lange dauert.
Und ich habe es geschafft, einen Reisewecker aufzutreiben, der NICHT funkgesteuert ist. 2,95 €. Tickt zwar laut, aber dafür in Indienzeit.  Man muss sich ja schließlich vorbereiten! Jetzt zum Beispiel ist es 18.18 Uhr. :-)

Puh…

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.. geschafft. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, jetzt kanns eigentlich losgehen. Naja- mir wurde vor ein paar Tagen gesagt, dass die Reise sich um eine Woche verschieben kann. Na meinetwegen, Hauptsache es geht bald los! Gerade habe ich mir ein paar Reiseführer bei Amazon bestellt, wollen wir mal hoffen, dass sie rechtzeitig ankommen, insbesondere der Reiseadapter… Ganz wichtig!

Meine Tante sagte gestern, ihre Landsleute (sie ist Indonesierin) würden die Inder nicht mögen. Nun, das wäre in etwa vergleichbar mit den Deutschen und den Holländern. Sie hat ein paar Jahre in Indien gelebt – überlebt. Und Inder sind freundlich, sagte sie. Na dann. Vielleicht komme ich ja mit ein paar neuen Freundschaften nach Hause.

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