Nobel geht die Welt zugrunde

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Ich habe mich sehr auf den heutigen Tag gefreut, denn heute würde ich mir mein neues Auto aussuchen. Im Grunde bin ich nicht viel schlauer als vorher. Aber es gibt schicke Wagen, wirklich. Und die 2500 Euro Abwrackprämie nehmen wir natürlich auch mit, klar.

Zuerst schauten wir bei Opel vorbei, denn ich hatte mich ja in den neuen Opel Corsa verguckt. 5-Türer gibts im Moment nur in Dunkelblau, die Dreitürer in jeeeeeder Farbe. Toll. Probefahrt gemacht, prima. Gas muss man nur kurz antippen dann schießt er schon vorwärts. Nur beim Auffahren auf die Autobahn ist er ein bisschen schwerfällig, oder kommt mir das nur so vor, weil mein alter Wagen einen Turbolader hatte?

Die nächste Station war Dacia und Renault. Der Dacia Sandero war nicht ganz so grottenhässlich wie der Dacia Logan, aber immer noch potthässlich. Wer hat sich so etwas nur ausgedacht? Der Designer gehört erschossen (hups, wo wir wieder beim Thema Killerspiele wären ;) ). Naja schlimmer als der Fiat Multipla ist er nicht, das stimmt schon. Und dann – der Megawagen. Renault Mégane. Er sieht in echt noch protziger aus als im Internet. Genau mein Ding! In Grafitschwarzmetallic oder so stand er da. Platz satt, auch im Kofferraum, schöne lange Schnauze und absolut kundentauglich. Problem ist der Preis, nach allen Abzügen 13.775 Euro, wurde mir vorgerechnet. Seufz! Aber dafür nach meinen Wünschen, mit Metalliclackierung und allem Pipapo, Klimaanlage usw.  Ich hätte gerne eine Probefahrt gemacht, aber da muss man sich vorher anmelden. Ich werd versuchen, in den nächsten Tagen eine Probefahrt zu starten.

Zum Spaß waren wir dann noch bei Chevrolet. Ist das jetzt eigentlich ein Ami? Mir gefiel der Aveo, ich würde sagen, das ist ein kleiner Mittelklassewagen. Probefahrt gemacht und für schlecht befunden. Irgendwie wirkte er, als würde er beim nächsten Windstoß umkippen auf der Autobahn. Schade eigentlich, er sah schon sehr sexy aus.

Ich wanke also zwischen Corsa und Megane. Aber da werde ich noch ein paar Nächte drüber schlafen müssen.

These are 21 things…

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… I want in a lover car.

Jep, ich bin nicht nur auf Wohnungssuche, sondern auch auf Autosuche. Die Geschichte dazu ist lang.

Anfang Dezember wollte ich nach Euskirchen zu Philipp, meinem Freund, fahren. Am nächsten Tag würde ich dann von seiner Wohnung aus zu meinem Arbeitsplatz in Bonn fahren. Denkste! Irgendwo zwischen Bedburg und dem Nirgendwo, ich war gerade in einem Überholvorgang auf der Autobahn, ruckelte der Punto, hustete und spuckte hinten eine riesige Qualmwolke aus. Gas geben? Nix. Mir blieb nichts übrig, als auf den Seitenstreifen zu fahren. Der Punto ächzte und stöhnte. Ich stellte den Motor ab und die Warnblinkanlage an und blieb erstmal bibbernd sitzen. Es war dunkel und kalt. Habe ich schon erwähnt, dass es dunkel und kalt war? Zum Glück hatte ich die Telefonnummer des ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschlands)-Notdiensts per Aufkleber an der Frontscheibe gepinnt und das Handy war an. Dummerweise funktionierte die Nummer nicht. Panisch rief ich bei Philipp an, er soll doch nach der Nummer für den Notdienst suchen und dort anrufen ich steh grad unter einer Brücke an Kilometer Soundso auf der A61 Richtung Koblenz… PLZ HELP! “Beruhige dich, Schatz. Keine Panik. Ich ruf da an und gleich kommt jemand.” Ich war aufgelöst und heulte und suchte verzweifelt nach einer weiteren Telefonnummer in den tiefen Weiten meiner Handtasche. Und tatsächlich, nachdem ich aufgelegt hatte, fand ich eine Mitgliedskarte in meinem Portemonnaie, mit der Telefonnummer. Auch hier wieder, “Keine Panik, Frau Happy, beruhigen Sie sich. Wo befinden Sie sich? Bitte steigen Sie aus und gehen hinter die Leitplanke. Es ruft Sie gleich jemand an vom Abschleppdienst.” Immer noch hemmungslos schluchzend kramte ich die quiekgelbe Warnweste aus dem Handschuhfach und krabbelte über den Beifahrersitz nach draußen. Draußen war es noch viel kälter. Ich rief wieder Philipp an. Er war sauer. “Warum rufst du selbst beim Notdienst an? Wegen dir hab ich mich zum Affen gemacht!” Kleinlaut entschuldigte ich mich. Ich wollte nicht auflegen, ich fühlte mich einsam unter der Brücke. Aber irgendwann gab ich mich geschlagen, wollte mich doch der Abschleppdienst anrufen. Keine fünf Minuten später rief ein Mann mit einem Mischmasch aus kölschem und osteuropäischem Akzent an. “Wo befinden Se sich? Sinn Se schon an der Ausfahrt Bergheim vorbei?” Häh? Keine Ahnung. Ich achte nie auf die Ausfahrten wenn ich den  Weg quasi auswendig kenne. Er lachte. “Na gut, ich find Se schon. Isch bin in 30 Minuten bei Ihnen.” 30 Minuten?! Bis dahin bin ich erfroren! “Ich beeil mich.”

Schlotternd und schluchzend stand ich also da, mit der Warnweste über dem langen Mantel, und wartete. 25 Minuten, die mir vorkamen wie eine halbe Ewigkeit. Schließlich war der Abschleppwagen da, ich hatte mich mittlerweile etwas beruhigt. Nach einiger Anstrengung wurde die Motorhaube geöffnet. Er war entsetzt. “Schaun Se sich das mal an! Der Motor ist überhitzt! Wann haben Se denn das letzte Mal Wasser nachgefüllt?” – “Vor 2 Wochen.” – “Oh, dann wird wohl der Kühler kaputt sein. Schaun Se mal hier, hier ist das Teil schon weggeschmolzen.” Ich guckte ihn, vermutlich etwas blöde, an. “Und? Ist der noch zu retten?” – “Nä. Se könnten Glück ham, aber sieht schlecht aus. Wo Wolln Se denn hin?” – “Na eigentlich wollte ich nach Euskirchen…” – “Nä! Isch mein, wo soll isch Se denn hinbringen jetz?” Ich guckte noch blöder. “Zur nächsten Werkstatt würde ich sagen.” Auf der Fahrt vom Nirgendwo ins Janzweitwech machte er sich, natürlich, über die dummen Frauen lustig, die mit ihrem Auto nicht ordentlich umgehen können. “Motorschaden! Sowass passiert nur Frauen! Echt jetz!” Aha. Du mich auch. Ich blieb aber still und lächelte nur. Er brachte mich zum nächsten Ford-Händler, in einem winzigen Gewerbegebiet. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich unterschrieb einen Wisch, mein Auto wurde abgestellt und dann stand ich wieder allein da. Ich rief DigiTalk an. Er hatte gerade eine Verabredung, kam aber trotzdem, um mich abzuholen. Gottseidank! Ich habe mich noch nie so gefreut, jemanden zu sehen (nach wiederum 30 Minuten Wartezeit, ich war wirklich am Po der Welt!). Seine Verabredung war direkt mitgekommen. Zum Glück erwischte ich den Werkstattleiter, obwohl die Werkstatt schon geschlossen hatte. Ich gab ihm den Schlüssel und den Fahrzeugschein, während Digi meinen Kofferrauminhalt in seinen Wagen packte. Wir fuhren dann Billard spielen und ich beruhigte mich allmählich.

Doch was tun mit einem kaputten Wagen? Am nächsten Tag telefonierte mein Vater mit dem Werkstattleiter. Wirtschaftlicher Totalschaden, Reparatur würde sich nicht lohnen. Vater versprach, jemanden zu schicken, den Wagen abzuschleppen und rief seinen besonderen Schrottplatztyp an. Klar, er würd den Wagen abschleppen und ihn sich mal ansehen. Vielleicht gibts ja irgendwo noch einen Dieselmotor für den Fiat Punto (leider sehr selten).

Irgendwann hat mein Vater den Schrottplatztyp nochmal angerufen, der sich direkt entschuldigte. Sein Auto wäre nun auch kaputt, darum müsse er sich nun zuerst kümmern. Also warten. Alle paar Tage rief mein Vater dort an, keine Veränderung. Anfang Januar dann, der Werkstattleiter wurde schon ungeduldig, wurde mein Wagen dann endlich abgeholt. Zwei Tage später die Nachricht, eine Reparatur würde 1500 Euro kosten. Als ob ichs nicht gewusst hätte.

Ich bin also auf der Suche nach einem neuen Wagen. Mindestens von 2007, am Liebsten von 2008, möglichst nicht viel gelaufen, für unter 10000 Euro, möglichst mit Finanzierungsmöglichkeit. Klima, ABS versteht sich von selbst (haben die ja mittlerweile alle!), möglichst 5-Türer. Am Liebsten in Silber-Metallic. Ich habe mich in einen Opel Corsa verguckt. Den neuen natürlich. Ich habe schon ein paar passende Fahrzeuge im Internet gefunden, aber bisher keine Zeit gehabt, dort anzurufen oder gar eine Probefahrt zu machen. *seufz*

Neujahrs-Stoeckchen

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Frohes neues Jahr erstmal an euch, liebe Leser.

Bei DigiTalk (http://blog.sallge.com) habe ich ein schoenes Stoeckchen gefunden, das ich heute aus dem tiefsten Neuschnee gefischt habe.

Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen (in Indien) und direkt wieder zugenommen (Schnitzel, Steak, alles was es in Indien nicht gab… Tja…)
Haare länger oder kürzer? Laenger. Ich entscheide mich spaeter, ob ich sie wieder kurz tragen moechte. Familie sagt, geh zum Friseur, Freunde sagen, lass wachsen. Und ich habe bisher keine eindeutige Meinung.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Keine Veraenderung. Ausser morgens, wenn ich aufstehe. Dann krieg ich die Augen nicht auf.
Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr! Ich verdien ja endlich was. :)
Der hirnrissigste Plan? Nach Indien zu fliegen.
Die gefährlichste Unternehmung? Nach Indien zu fliegen!
Der beste Sex? Hmm, diesmal nix ausgefallenes, ist aber doch immer schoen :)
Die teuerste Anschaffung? Ein Garmin Nuevi.
Das leckerste Essen? Das erste Steak nach Indien.
Das beeindruckenste Buch? Kulturschock Indien
Der ergreifendste Film? Wie im Himmel… :) Danke Jenni!
Die beste CD? Bachna Ae Haseeno (Bollywoodfilmmusik)
Das schönste Konzert? Wir sind Helden (aber leider diesmal nur im TV)
Die meiste Zeit verbracht mit…? Philipp denke ich :)
Die schönste Zeit verbracht mit…? Seema und Shaan und Subbu, die ich so sehr vermisse!
Vorherrschendes Gefühl 2008? Wo bin ich hier?!
2008 zum ersten Mal getan? Nach Indien fliegen
2008 nach langer Zeit wieder getan? Viel Geld ohne Reue ausgegeben
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Pfefferminz im Essen (oder irgendwas anderes ekliges, undefinierbares…), Monsunregen (und ich dachte ich waere nicht aus Zucker!), Zoff mit Philipp
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? “Ja, ich brauche ein neues Auto!”
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Einen echten, rosaroten Sari mit Goldfaeden fuer meine Schwester
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Freundschaft ohne Grenzen
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? “Komm, lass uns deinen Blog an die Lokalzeitung schicken.”
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? “I will miss you like hell”
2008 war mit 1 Wort…? bombastisch

Wohnungssuche

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Da ich mich dazu entschieden habe, doch noch meinen Blog weiterzuschreiben, auch wenns mal nicht so ganz dem Thema Indien entspricht (danke für eure Reaktionen, Mädels ;) ), hier der erste indienfreie Beitrag. Mal schauen ob ich es schaffe.

Ich bin seit ein paar Wochen auf Wohnungssuche.  Ja, ich will endlich mit meinem Schatzi zusammenziehen. Unser Ziel? Bonn. Die schöne Stadt am Rhein, mit Königswinter und einer blöden Autofähre (grmlbrgrml… *nerv*) vor der Tür und mittlerweile mein Vielleicht-Oft-Vielleicht-Manchmal-Arbeitsplatz. Offiziell arbeite ich ja im Homeoffice, aber jemand muss auch beim Kunden nach den Rechten sehen. Und wer könnte da besser sein als Miss Complicated (O-Ton Sandeep – Ach, da wars wieder, das Indienthema, nicht einmal ein Absatz ohne geschafft!).

Heute haben wir uns die vierte Wohnung angeschaut. Von außen. Und wir haben entschieden, dass wir definitiv etwas besseres verdient haben. Ähnlich wars mit den anderen Wohnungen. Schlecht oder gar nicht renoviert, die Küche und / oder das Bad ohne Fenster oder wie hier, neben einer verkommenen Sporthalle (Mief incoming!) und hinter einem Bretterverschlag. Erst eine halbe Stunde vorher hat die nette Frau Maklerin abgesagt. Phil fragte direkt “Hast du ihr nicht gesagt, dass du aus Mönchengladbach kommst? Ist ja eine Unverschämtheit!”.  Hatte ich? Keine Ahnung. Aber egal, da wir einmal auf dem Weg waren haben wir uns das Ding von außen angeschaut. Ja, Ding. Räuberhöhle? Müllkippe? Irgendwie alles, und das mitten im Nirgendwo. Und ich dachte, Bonn ist eine Großstadt. Ich bin nach soviel Tiefschlägen etwas deprimiert und habe mich erstmal von Phil trösten lassen. Ich glaube, er war ehrlich betroffen. Er hat mir versprochen, morgen intensiv bei der Suche mitzuhelfen bzw. es selbst in die Hand zu nehmen.
Es kann doch nicht so schwer sein, eine 3-Zimmer-Wohnung, mindestens 70 m², vielleicht mit Balkon, möglichst renoviert für 600 € warm zu bekommen, oder? Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Aber nach Beuel will ich nicht.

Gestrandet

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Ich bin wieder zu Hause. Wenn ich mir meine ersten Beiträge durchlese, muss ich unweigerlich lachen. Mit einigen Erwartungen hatte ich Recht, mit anderen überhaupt nicht. Händeschütteln durfte ich, und es ist völlig egal, dass ich Linkshänderin bin.
Ich glaube, der Aufenthalt in Indien hat mich verändert. Frei nach dem Motto, was mich nicht umbringt macht mich härter. Aber eine Schwäche habe ich schon; ich vermisse Indien. Jetzt schon. Mumbai und all die Leute, die ich kennengelernt habe. Ich habe noch Kontakt mit den Meisten, aber das ist übers Internet nicht dasselbe. Am Liebsten würde ich alle nach Deutschland holen, oder direkt wieder zurückfliegen.

Ich weiß auch nicht, was mit meinem Blog passieren soll. Er ist mir ans Herz gewachsen, aber das Thema Indien wird nun immer mehr in den Hintergrund rücken. Vielleicht habt ihr eine Idee?

Hilfe! Krankenhaus!

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Ich war noch gar nicht fertig mit meinem Erfahrungsbericht Indien. Ich bin nun schon seit zwei Monaten wieder in Deutschland, aber ich habe einen Artikel immer vor mir hergeschoben. Ich war vielleicht nicht bereit dafür. Aber ich denke, so langsam wird es Zeit.

Es ist Ende September, und eigentlich freue ich mich schon auf den Rückflug. Das Klima macht mir zu schaffen. Seit ein paar Tagen fühle ich mich seltsam. Erst dachte ich, es ist eine Erkältung ohne Schnupfen. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Mir ist schwindlig und übel, gehe aber trotzdem zur Arbeit. Eines Abends allerdings bin ich total fertig, ich gehe nicht mehr raus und habe Angst, mir irgendeine Tropenkrankheit eingefangen zu haben. Wer weiß, welch seltsame Viren hier durch die heiße Luft schweben. Ich rufe Peter an, der sofort vorbeikommt. Es ist 22.00 Uhr. Er schlägt mir vor, dass ich Seema anrufen sollte. Mir ist so komisch, dass ich sie am Telefon kaum verstehe. Aha, offensichtlich verschlechtert sich auch mein Englisch, wenn ich krank bin. Unter Tränen brülle ich sie an, natürlich unbeabsichtigt. Sie sagt, ich soll Shaan anrufen, dass er vorbeikommt. Jemanden im Krankenhaus zu haben, der Hindi spricht, kann durchaus von Vorteil sein. Peter ruft Shaan an, wir wollen uns im Krankenhaus treffen. Gehen kann ich, aber nur langsam. Peter nimmt mir meine Tasche ab, obwohl ich sie nur ungern abgebe. Solange er nicht versucht mich zu stützen ist alles okay. Wir fahren mit einer Riksha, wir sind froh, dass wir schnell eine bekommen. Die Fahrt kommt mir ewig vor. Die Riksha wird ordentlich durchgeschüttelt, und mir wird wieder schlecht. Schließlich halten wir vor der Notaufnahme. Ich bezahle. Auf wackligen Beinen stehe ich dann da, um mich anzumelden. Shaan redet mit der Schwester. Ich sehe mich um. Die Wände sind gelblich gestrichen, überall hängen Vorhänge vor schmalen Betten. Ein Baby weint. Soweit ich das erkennen kann, ist es ziemlich voll. Die Schwester bedeutet mir, mich auf eins der freien Betten zu setzen. Ich sehe sofort den großen Blutfleck, der darauf eingetrocknet ist. Ich setze mich daneben, darauf bedacht, ihn nicht zu berühren. Nach einer Weile kommt der Arzt. Er sieht vertrauenserweckend aus. Ich gebe ihm das Notizbuch, auf dem ich auf Englisch notiert habe, welche Beschwerden ich habe. Einiges hatte ich im Online-Wörterbuch nachschauen müssen. Er spricht größtenteils mit Shaan, auf Englisch. Dann bedeutet er mir, mich auf ein anderes Bett zu legen, weil er den Blutfleck gesehen hat. Dann lässt er mich allein. Schwestern kommen, messen Fieber und den Blutdruck. Später wird mir eine Infusion gelegt, von drei Schwestern gleichzeitig. Es tut so weh! Ich beiße mir auf die Lippen. Ich glaube nicht, dass ich meine Hand noch weiter gebrauchen kann. Peter geht weg und kümmert sich um den Papierkram, Shaan bleibt bei mir und macht Fotos und ein Video von mir, wie ich am Tropf liege, um mich aufzuheitern. “Damit du zu Hause zeigen kannst, wie tapfer du bist!”, so sein Kommentar dazu. Er bringt mich tatsächlich zum Lachen. Der Tropf ist wohl zu langsam, jedenfalls ist er erst nach drei Stunden durchgelaufen. Es handelt sich um gelöste Dextrose, um mich aufzupäppeln. Ich habe ja seit Tagen kaum etwas gegessen, und wenn, konnte ich es nicht bei mir behalten. Der Arzt sagt, es liegt am Klima. Ich vertrage es einfach nicht. Ich bin eben eine schwache Europäerin. Der Bluttest hat gezeigt, dass ich kein Malaria habe. Er gibt mir einige Tabletten mit. Ich fühle mich besser, durch die Energiezufuhr. Ich kann deshalb kaum schlafen.
Zwei Tage später werden meine Beine und Füße rot und schmerzen. Was ist bloß los? Ich bekomme Panik. Im Internet suche ich nach dem Namen der Tabletten. Bei einer Sorte werde ich fündig; diese Tabletten sind sehr stark und können toxisch sein. Und sie haben schmerzende Gliedmaßen als Nebenwirkung. Ich setze die Tabletten ab, meine Beine tun aber weiter weh. Abends fahre ich wieder mit Peter zum Krankenhaus und nehme meine Krankenakte mit. Ich bekomme eine Spritze (in dieselbe Stelle wie die Infusion) und andere Tabletten. 4 Tage werde ich krank geschrieben.

Und heute erinnert mich immer noch ein großer, schmerzender blauer Fleck auf meiner Hand an dieses Erlebnis. Ich vermute, dass durch die Infusion Gewebe verletzt wurde. Ich habe nicht die Muße, zum Arzt zu gehen.

Stöckchensammlung II

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41 Fragen, und nur ein einziges Wort ist als Antwort erlaubt. Na dann:

1. Wo ist Dein Handy? – Handtasche
2. Dein Partner? – Knuffig
3. Deine Haare? – Schulterlang
4. Deine Mama? – Anne
5. Dein Papa? – Walter
6. Lieblingsgegenstand? – Handtasche
7. Dein Traum von letzter Nacht? – vergessen
8. Dein Lieblingsgetränk? – OrangensaftApfelsaftMischung
9. Dein Traumauto? – BMW
10. Der Raum, in dem Du Dich befindest? – Schlafzimmer
11. Dein(e) Ex? – Björn
12. Deine Angst? – Jobverlust
13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein? – Karrierefrau
14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? – Raid
15. Was bist Du nicht? – asozial
16. Das letzte was Du getan hast? – schlafen
17. Was trägst Du? – Pyjama
18. Dein Lieblingsbuch? – “Der 35. Mai”
19. Das letzte, was Du gegessen hast? – Bonbons
20. Dein Leben? – spannend
21. Deine Stimmung? – okay
22. Deine Freunde? – super
23. Woran denkst Du gerade? – Arbeit
24. Was machst Du gerade? – bloggen
25. Dein Sommer? – Indien
26. Was läuft in Deinem TV? – Nichts
27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht? – vorhin
28. Das letzte Mal geweint? – schulterzuck
29. Schule? – Vergangenheit
30. Was hörst Du gerade? – Nichts
31. Liebste Wochenendbeschäftigung? – Kuscheln
32. Traumjob? – Meiner
33. Dein Computer? – Notwendig
34. Außerhalb Deines Fensters? – Parkplatz
35. Bier? – Naja
36. Mexikanisches Essen? – Lecker!
37. Winter? – Kalt
38. Religion? – Evangelisch
39. Urlaub? – Gerne
40. Auf Deinem Bett? – Telefon
41. Liebe? – Total

Stöckchensammlung

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Die Regeln:

1. Der Werfer postet acht zufällige Dinge über sich selbst,
2. wirft das Stöckchen an acht Leute weiter,
3. die ebenfalls acht Dinge über sich selbst posten und es weiterwerfen.

Na dann. Schauen wir mal, was wir so zusammenbekommen.

Acht zufällige Dinge über mich:

1. Ich hasse Kokosnuss. Den Geruch, den Geschmack, die Milch sowie das feste darin. Ich kann dem einfach nichts abgewinnen. Igitt.
2. Ich war 2,5 Monate in Indien und müsste eigentlich mal den Rest in meinem Blog schreiben, aber bisher keine Zeit/Lust gehabt.
3. Früher habe ich im Ballett getanzt. Mein Gott war ich schlecht. Und irgendwie mochte ich diesen Sport auch nicht.
4. Sie haben uns ein Denkmal gebaut! (Ja, David, du bist gemeint ;) )
5. Ich will Karriere machen bevor ich Kinder in die Welt setze.
6. Ich mache gerne Sachen ohne Sinn und Zweck. Bloggen zum Beispiel, oder Twittern.
7. In meinem Traumhaus ist eine Hängematte im Wohnzimmer, ein Hund im Garten und ein Mann in der Küche!
8. Ich habe mehr Geschwister als in echt.

Dürfen Weiße indische Kleidung tragen?

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Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. In Büchern habe ich gelesen, “Um Gottes Willen, nein! Inder mögen das nicht”. Weiße habe ich hier in Indien während meines 2monatigen Aufenthalts nur zweimal gesehen, und keinen mit indischen Klamotten. Also musste ein Selbstversuch her.
Seema hat mich schon öfter gebeten, doch mal freitags meinen Salwar Kameez zu tragen, im Büro. Okay. Sie ist Inderin, sie muss also wissen, wie die Inder reagieren. Am Donnerstag wollten wir uns mit Sandeep treffen, das sollte mein erster Versuch werden. Meinen Salwar ließ ich im Apartment, das war dann doch etwas zuviel, ich zog einfach meine schwarze Hose an. Ein Kameez, eine Dupatta, und ein schickes Armband, das ich mir neulich geleistet habe, fertig war mein Indienlook. Das Erste was mir auffiel war, dass es Indern sofort auffällt. Sandeep war begeistert. Er sagte es sieht gut aus und fragte ob er mich heiraten darf. Auf meine Frage, ob ich nun aussehe wie eine Inderin, sagte er ja. Mit der Antwort war ich glücklich und ich fühlte mich direkt wohler. Der große Tag konnte kommen.
Freitag Morgen. Weißer Salwar, roter Kameez mit Stickereien und blaue Dupatta (die richtigen Artikel kenne ich nicht, ich habe bisher nur englische Beschreibungen gelesen :-) ) angezogen und ab zur Arbeit. Das erste Mädel, das mir auf dem Flur im Seepz entgegenkam, sagte schon “You look pretty today!” Im Laufe des Tages kamen eine Menge Kollegen zu meinem Schreibtisch und sagten, dass ihnen mein Outfit gefällt. Andere beschränkten sich auf eine Email oder eine Nachricht im Chat. Aber jeder war begeistert. Beim Mittagessen begrüßte mich einer mit zusammengelegten Händen und einem “Namaste!” Ich überlegte noch, ob ich auf die gleiche Weise antworten soll… Naja, beim nächsten Mal.
Einige meinten, sie würden mich gerne im Sari sehen. Ich habe einen, ja; aber ob ich den tragen würde in aller Öffentlichkeit ist eine ganz andere Frage… Seema meinte sogar, ich sollte mir dann auch ein Bhindi zulegen, also den Punkt auf der Stirn. Das könnte ich mir mal gar nicht vorstellen. Ich glaube, die Leute würden denken, ich habe ein Rad ab. Sie ist da völlig anderer Meinung. Sie meint, das würde ganz toll aussehen, und ich soll es doch mal nächsten Freitag, zusammen mit dem Sari, probieren. Dann ist eine Feier von der Firma… Sie würde auch einen Sari tragen, wenn ich einen trage. Toll.

Der weiße Streifen

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Gestern hatten wir ziemliches Pech. Keine Riksha wollte uns mitnehmen. Military Road? No! Man fragt sich dann schon, warum. Zu kurzer Weg? Zu viele Löcher in der Straße? Ist diese Straße zu wenig bekannt? Oder wollen sie uns nur ärgern, weil wir (immer noch) wie Touristen aussehen, gegen unsere ungewöhnliche Hautfarbe können wir ja nichts ausrichten… Vielleicht war es auch eine Mischung aus allem. Ich befürchtete schon –
“Wollen wir zu Fuß gehen?”
… Ja genau das. Ich hasse es, bei Hitze herumzurennen. Aber was solls. Man will sich ja nicht wie ein Schwächling benehmen. Also tappsten wir los, an der Straße entlang. Mein Kollege war meistens zu schnell, aber mir war das egal. Bei der nächsten Menschenansammlung (die es hier überall gibt, ich frage mich, was diese Leute da tun…) würde er sowieso warten müssen. Glücklicherweise regnete es nicht, und meine Füße taten ausnahmsweise auch nicht weh. Nur die Harten kommen in den Garten, das schien mein Körper mittlerweile zu kapieren. Zwischendurch drehte ich mich um, in der Hoffnung, dass ein Rikshafahrer uns freiwillig mitnehmen und überall hin bringen wollen würde – nun, das ist wohl zuviel verlangt. Wir erreichten die Brücke, die über Slums und riesige Pipelines führte. Wir gingen über den weißen Seitenstreifen, ganz am Rand der Brücke. Einen Bürgersteig gab es nicht. Unwillkürlich musste ich an meine Mutter denken, die das bestimmt für gefährlich halten würde. Damit hätte sie nicht ganz unrecht, wenn man bedenkt, in welchem Tempo die Rikshas vielleicht 30 Zentimeter entfernt vorüberrauschten (natürlich ohne die armen “Touris” mitzunehmen). Wir hörten eine männliche Stimme singen. Was er sang, konnten wir nicht verstehen. Ich nehme an, es handelte sich um einen Muezzin, der zum Gebet rief. Das hatte etwas Meditatives, auf den Streifen auf der Straße zu starren, ab und zu den roten Spuckeflecken auszuweichen und dazu dem Gesang zu lauschen. Auf der anderen Seite der Brücke saßen Menschen auf der Brüstung und lachten. Warum sie das taten, weiß ich nicht. Ein weiteres Geheimnis in meiner Geschichte. Langsam wurde es dunkel, und wir begegneten immer mehr Leuten. Wir gingen über den “Markt” – den “Garagenverkäufen”, wie mein Kollege sie nennt. Das Obst und Gemüse, das dort angeboten wurde, sah schon vor dem Verkauf gammlig aus. Einmal hatte ich Bananen gekauft, aber die habe ich später allesamt weggeschmissen.
Als wir nach einer halben Stunde am Apartmenthaus ankamen, war ich richtig stolz auf mich. Auch mein Kollege sagte, mein Tagespensum fürs Herumlatschen wäre für heute für mich erledigt. Mein Hobby wirds jedenfalls nicht.

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