Show Me Your Eyes

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Das habe ich schon in einigen Blogs gesehen und fand es sehr faszinierend. Photoshopbasteleien an sich finde ich äußerst spannend. Es geht darum, ein Bild von sich so zu verfremden, dass das gesamte Bild schwarzweiß ist, nur die Augen sind noch in der Originalfarbe. Wenn man weiß, wie es geht, ist es eigentlich total einfach. Hier also mein Bild:

Show Me Your Eyes

Und weils so schön war, hier nochmal in Groß:

eyes

Nikon D60

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Ich habe mir heute eine digitale Spiegelreflexkamera gekauft, die Nikon D60. Vielleicht nicht gerade das neueste Modell, aber laut Testberichten solide und super für Anfänger. Ich habe schon etwas herumexperimentiert, und ich bin absolut begeistert von der Auflösung und der Schärfe der Bilder. Leider lässt sich das auf einer Webseite nur sehr schlecht darstellen… Ich zeige euch trotzdem ein paar meiner ersten Knipsversuche. Bisher bloß mit Autofokus, aber ich denke alles andere lerne ich noch :)

Schokobons
Phil sagt, dieses Bild hat etwas Besonderes. Ich sage aber, wo bleibt die Schoki?!

Sonnenuntergang
Den Sonnenuntergang selbst konnten wir nicht sehen, aber dafür seine Reflektion.

Nicky
Das ist Nicky, nein es ist keine Katze, sondern ein Kater! Nick Carter (Kater) quasi.

Und das hier ist mein Lieblingsfoto, extra etwas größer, damit man die Details erkennen kann:
Meeri

Ich bin bisher jedenfalls total begeistert von meiner Kamera. Es macht Spaß, herumzuknipsen, und das Geräusch des Auslösers ist toll.
Phil möchte mich überreden, bei einem Kurs mitzumachen, aber das überlege ich mir noch gründlich. Und David fragt schon nach einer Fototour :) Ich bin jedenfalls gespannt, wohin mich mein neues Hobby führen wird.

Ein wahrer Traum

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Es ist nachts um elf, irgendwo in Mumbai, an der reichsten Straße der Stadt, in einem namenlosen Club. Ich sitze auf einem Barhocker am Rande der Tanzfläche, neben mir mein Kollege. Meine indischen Freunde sind schon nach Hause gefahren. Bei Mädels sind die Väter hier sehr streng, und meine beste Freundin hat schon wieder Ärger bekommen. Nachdenklich schiebe ich meine Flasche Bacardi Breezer auf dem indirekt beleuchteten Tisch hin und her und lausche der Musik. Hiphop, amerikanisch, dann wieder indische Popmusik. Ich schaue sehnsüchtig den Tänzern zu, mein Kollege möchte nicht tanzen. Und allein? Ich weiß nicht. Ich denke über meine Zeit kurz vor dem Abitur nach, ich hatte Standard-Latein-Tänze gelernt und bewegte mich unheimlich gern zur Musik. Davon ist auch heute noch vieles da. Aber beim Herumhüpfen auf der Tanzfläche in einem Club komme ich mir seltsam vor. Ich nippe noch einmal an meinem Breezer, und komme zu einem Entschluss. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht stehe ich auf und werfe mich direkt ins Getümmel. Die indischen männlichen Tänzer lachen mir zu und tanzen mit mir. Eine junge Frau kommt auf mich zu und flüstert mir etwas ins Ohr. Ist es Hindi? Ist es Englisch? Keine Ahnung, ich verstehe jedenfalls nichts. “I don’t understand”, brülle ich, aber sie lacht nur und nimmt mich an die Hand. Sie wirbelt mich herum und stellt mich tanzend ihren Freundinnen vor. Alle begrüßen mich mit einem freundlichen Lachen und einem Hüftschwung. Mit einem Mal wird mir klar, dass hier die Nationalität überhaupt keine Rolle spielt. Ich bin glücklich, wie lange nicht mehr. Setze ich mich für eine Minute hin, werde ich schon wieder auf die Tanzfläche gezogen. Selbst als sich die Riemchen meiner Sandale von der Sohle lösen, achte ich nicht darauf, ich tanze weiter und weiter. Erst um zwei Uhr morgens steht die indische Polizei vor der Tür und schließt den Club. Es ist wie ein Aufwachen aus einem Traum, um wieder in einen anderen Traum einzusteigen.

Juhhhhaahuuiiii!

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Na, wer hat Lust auf eine große Schneeballschlacht?

Tritt an gegen Kerstin. Klick'n und auf geht's!

These are 21 things…

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… I want in a lover car.

Jep, ich bin nicht nur auf Wohnungssuche, sondern auch auf Autosuche. Die Geschichte dazu ist lang.

Anfang Dezember wollte ich nach Euskirchen zu Philipp, meinem Freund, fahren. Am nächsten Tag würde ich dann von seiner Wohnung aus zu meinem Arbeitsplatz in Bonn fahren. Denkste! Irgendwo zwischen Bedburg und dem Nirgendwo, ich war gerade in einem Überholvorgang auf der Autobahn, ruckelte der Punto, hustete und spuckte hinten eine riesige Qualmwolke aus. Gas geben? Nix. Mir blieb nichts übrig, als auf den Seitenstreifen zu fahren. Der Punto ächzte und stöhnte. Ich stellte den Motor ab und die Warnblinkanlage an und blieb erstmal bibbernd sitzen. Es war dunkel und kalt. Habe ich schon erwähnt, dass es dunkel und kalt war? Zum Glück hatte ich die Telefonnummer des ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschlands)-Notdiensts per Aufkleber an der Frontscheibe gepinnt und das Handy war an. Dummerweise funktionierte die Nummer nicht. Panisch rief ich bei Philipp an, er soll doch nach der Nummer für den Notdienst suchen und dort anrufen ich steh grad unter einer Brücke an Kilometer Soundso auf der A61 Richtung Koblenz… PLZ HELP! “Beruhige dich, Schatz. Keine Panik. Ich ruf da an und gleich kommt jemand.” Ich war aufgelöst und heulte und suchte verzweifelt nach einer weiteren Telefonnummer in den tiefen Weiten meiner Handtasche. Und tatsächlich, nachdem ich aufgelegt hatte, fand ich eine Mitgliedskarte in meinem Portemonnaie, mit der Telefonnummer. Auch hier wieder, “Keine Panik, Frau Happy, beruhigen Sie sich. Wo befinden Sie sich? Bitte steigen Sie aus und gehen hinter die Leitplanke. Es ruft Sie gleich jemand an vom Abschleppdienst.” Immer noch hemmungslos schluchzend kramte ich die quiekgelbe Warnweste aus dem Handschuhfach und krabbelte über den Beifahrersitz nach draußen. Draußen war es noch viel kälter. Ich rief wieder Philipp an. Er war sauer. “Warum rufst du selbst beim Notdienst an? Wegen dir hab ich mich zum Affen gemacht!” Kleinlaut entschuldigte ich mich. Ich wollte nicht auflegen, ich fühlte mich einsam unter der Brücke. Aber irgendwann gab ich mich geschlagen, wollte mich doch der Abschleppdienst anrufen. Keine fünf Minuten später rief ein Mann mit einem Mischmasch aus kölschem und osteuropäischem Akzent an. “Wo befinden Se sich? Sinn Se schon an der Ausfahrt Bergheim vorbei?” Häh? Keine Ahnung. Ich achte nie auf die Ausfahrten wenn ich den  Weg quasi auswendig kenne. Er lachte. “Na gut, ich find Se schon. Isch bin in 30 Minuten bei Ihnen.” 30 Minuten?! Bis dahin bin ich erfroren! “Ich beeil mich.”

Schlotternd und schluchzend stand ich also da, mit der Warnweste über dem langen Mantel, und wartete. 25 Minuten, die mir vorkamen wie eine halbe Ewigkeit. Schließlich war der Abschleppwagen da, ich hatte mich mittlerweile etwas beruhigt. Nach einiger Anstrengung wurde die Motorhaube geöffnet. Er war entsetzt. “Schaun Se sich das mal an! Der Motor ist überhitzt! Wann haben Se denn das letzte Mal Wasser nachgefüllt?” – “Vor 2 Wochen.” – “Oh, dann wird wohl der Kühler kaputt sein. Schaun Se mal hier, hier ist das Teil schon weggeschmolzen.” Ich guckte ihn, vermutlich etwas blöde, an. “Und? Ist der noch zu retten?” – “Nä. Se könnten Glück ham, aber sieht schlecht aus. Wo Wolln Se denn hin?” – “Na eigentlich wollte ich nach Euskirchen…” – “Nä! Isch mein, wo soll isch Se denn hinbringen jetz?” Ich guckte noch blöder. “Zur nächsten Werkstatt würde ich sagen.” Auf der Fahrt vom Nirgendwo ins Janzweitwech machte er sich, natürlich, über die dummen Frauen lustig, die mit ihrem Auto nicht ordentlich umgehen können. “Motorschaden! Sowass passiert nur Frauen! Echt jetz!” Aha. Du mich auch. Ich blieb aber still und lächelte nur. Er brachte mich zum nächsten Ford-Händler, in einem winzigen Gewerbegebiet. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich unterschrieb einen Wisch, mein Auto wurde abgestellt und dann stand ich wieder allein da. Ich rief DigiTalk an. Er hatte gerade eine Verabredung, kam aber trotzdem, um mich abzuholen. Gottseidank! Ich habe mich noch nie so gefreut, jemanden zu sehen (nach wiederum 30 Minuten Wartezeit, ich war wirklich am Po der Welt!). Seine Verabredung war direkt mitgekommen. Zum Glück erwischte ich den Werkstattleiter, obwohl die Werkstatt schon geschlossen hatte. Ich gab ihm den Schlüssel und den Fahrzeugschein, während Digi meinen Kofferrauminhalt in seinen Wagen packte. Wir fuhren dann Billard spielen und ich beruhigte mich allmählich.

Doch was tun mit einem kaputten Wagen? Am nächsten Tag telefonierte mein Vater mit dem Werkstattleiter. Wirtschaftlicher Totalschaden, Reparatur würde sich nicht lohnen. Vater versprach, jemanden zu schicken, den Wagen abzuschleppen und rief seinen besonderen Schrottplatztyp an. Klar, er würd den Wagen abschleppen und ihn sich mal ansehen. Vielleicht gibts ja irgendwo noch einen Dieselmotor für den Fiat Punto (leider sehr selten).

Irgendwann hat mein Vater den Schrottplatztyp nochmal angerufen, der sich direkt entschuldigte. Sein Auto wäre nun auch kaputt, darum müsse er sich nun zuerst kümmern. Also warten. Alle paar Tage rief mein Vater dort an, keine Veränderung. Anfang Januar dann, der Werkstattleiter wurde schon ungeduldig, wurde mein Wagen dann endlich abgeholt. Zwei Tage später die Nachricht, eine Reparatur würde 1500 Euro kosten. Als ob ichs nicht gewusst hätte.

Ich bin also auf der Suche nach einem neuen Wagen. Mindestens von 2007, am Liebsten von 2008, möglichst nicht viel gelaufen, für unter 10000 Euro, möglichst mit Finanzierungsmöglichkeit. Klima, ABS versteht sich von selbst (haben die ja mittlerweile alle!), möglichst 5-Türer. Am Liebsten in Silber-Metallic. Ich habe mich in einen Opel Corsa verguckt. Den neuen natürlich. Ich habe schon ein paar passende Fahrzeuge im Internet gefunden, aber bisher keine Zeit gehabt, dort anzurufen oder gar eine Probefahrt zu machen. *seufz*

Hilfe! Krankenhaus!

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Ich war noch gar nicht fertig mit meinem Erfahrungsbericht Indien. Ich bin nun schon seit zwei Monaten wieder in Deutschland, aber ich habe einen Artikel immer vor mir hergeschoben. Ich war vielleicht nicht bereit dafür. Aber ich denke, so langsam wird es Zeit.

Es ist Ende September, und eigentlich freue ich mich schon auf den Rückflug. Das Klima macht mir zu schaffen. Seit ein paar Tagen fühle ich mich seltsam. Erst dachte ich, es ist eine Erkältung ohne Schnupfen. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Mir ist schwindlig und übel, gehe aber trotzdem zur Arbeit. Eines Abends allerdings bin ich total fertig, ich gehe nicht mehr raus und habe Angst, mir irgendeine Tropenkrankheit eingefangen zu haben. Wer weiß, welch seltsame Viren hier durch die heiße Luft schweben. Ich rufe Peter an, der sofort vorbeikommt. Es ist 22.00 Uhr. Er schlägt mir vor, dass ich Seema anrufen sollte. Mir ist so komisch, dass ich sie am Telefon kaum verstehe. Aha, offensichtlich verschlechtert sich auch mein Englisch, wenn ich krank bin. Unter Tränen brülle ich sie an, natürlich unbeabsichtigt. Sie sagt, ich soll Shaan anrufen, dass er vorbeikommt. Jemanden im Krankenhaus zu haben, der Hindi spricht, kann durchaus von Vorteil sein. Peter ruft Shaan an, wir wollen uns im Krankenhaus treffen. Gehen kann ich, aber nur langsam. Peter nimmt mir meine Tasche ab, obwohl ich sie nur ungern abgebe. Solange er nicht versucht mich zu stützen ist alles okay. Wir fahren mit einer Riksha, wir sind froh, dass wir schnell eine bekommen. Die Fahrt kommt mir ewig vor. Die Riksha wird ordentlich durchgeschüttelt, und mir wird wieder schlecht. Schließlich halten wir vor der Notaufnahme. Ich bezahle. Auf wackligen Beinen stehe ich dann da, um mich anzumelden. Shaan redet mit der Schwester. Ich sehe mich um. Die Wände sind gelblich gestrichen, überall hängen Vorhänge vor schmalen Betten. Ein Baby weint. Soweit ich das erkennen kann, ist es ziemlich voll. Die Schwester bedeutet mir, mich auf eins der freien Betten zu setzen. Ich sehe sofort den großen Blutfleck, der darauf eingetrocknet ist. Ich setze mich daneben, darauf bedacht, ihn nicht zu berühren. Nach einer Weile kommt der Arzt. Er sieht vertrauenserweckend aus. Ich gebe ihm das Notizbuch, auf dem ich auf Englisch notiert habe, welche Beschwerden ich habe. Einiges hatte ich im Online-Wörterbuch nachschauen müssen. Er spricht größtenteils mit Shaan, auf Englisch. Dann bedeutet er mir, mich auf ein anderes Bett zu legen, weil er den Blutfleck gesehen hat. Dann lässt er mich allein. Schwestern kommen, messen Fieber und den Blutdruck. Später wird mir eine Infusion gelegt, von drei Schwestern gleichzeitig. Es tut so weh! Ich beiße mir auf die Lippen. Ich glaube nicht, dass ich meine Hand noch weiter gebrauchen kann. Peter geht weg und kümmert sich um den Papierkram, Shaan bleibt bei mir und macht Fotos und ein Video von mir, wie ich am Tropf liege, um mich aufzuheitern. “Damit du zu Hause zeigen kannst, wie tapfer du bist!”, so sein Kommentar dazu. Er bringt mich tatsächlich zum Lachen. Der Tropf ist wohl zu langsam, jedenfalls ist er erst nach drei Stunden durchgelaufen. Es handelt sich um gelöste Dextrose, um mich aufzupäppeln. Ich habe ja seit Tagen kaum etwas gegessen, und wenn, konnte ich es nicht bei mir behalten. Der Arzt sagt, es liegt am Klima. Ich vertrage es einfach nicht. Ich bin eben eine schwache Europäerin. Der Bluttest hat gezeigt, dass ich kein Malaria habe. Er gibt mir einige Tabletten mit. Ich fühle mich besser, durch die Energiezufuhr. Ich kann deshalb kaum schlafen.
Zwei Tage später werden meine Beine und Füße rot und schmerzen. Was ist bloß los? Ich bekomme Panik. Im Internet suche ich nach dem Namen der Tabletten. Bei einer Sorte werde ich fündig; diese Tabletten sind sehr stark und können toxisch sein. Und sie haben schmerzende Gliedmaßen als Nebenwirkung. Ich setze die Tabletten ab, meine Beine tun aber weiter weh. Abends fahre ich wieder mit Peter zum Krankenhaus und nehme meine Krankenakte mit. Ich bekomme eine Spritze (in dieselbe Stelle wie die Infusion) und andere Tabletten. 4 Tage werde ich krank geschrieben.

Und heute erinnert mich immer noch ein großer, schmerzender blauer Fleck auf meiner Hand an dieses Erlebnis. Ich vermute, dass durch die Infusion Gewebe verletzt wurde. Ich habe nicht die Muße, zum Arzt zu gehen.

Dürfen Weiße indische Kleidung tragen?

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Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. In Büchern habe ich gelesen, “Um Gottes Willen, nein! Inder mögen das nicht”. Weiße habe ich hier in Indien während meines 2monatigen Aufenthalts nur zweimal gesehen, und keinen mit indischen Klamotten. Also musste ein Selbstversuch her.
Seema hat mich schon öfter gebeten, doch mal freitags meinen Salwar Kameez zu tragen, im Büro. Okay. Sie ist Inderin, sie muss also wissen, wie die Inder reagieren. Am Donnerstag wollten wir uns mit Sandeep treffen, das sollte mein erster Versuch werden. Meinen Salwar ließ ich im Apartment, das war dann doch etwas zuviel, ich zog einfach meine schwarze Hose an. Ein Kameez, eine Dupatta, und ein schickes Armband, das ich mir neulich geleistet habe, fertig war mein Indienlook. Das Erste was mir auffiel war, dass es Indern sofort auffällt. Sandeep war begeistert. Er sagte es sieht gut aus und fragte ob er mich heiraten darf. Auf meine Frage, ob ich nun aussehe wie eine Inderin, sagte er ja. Mit der Antwort war ich glücklich und ich fühlte mich direkt wohler. Der große Tag konnte kommen.
Freitag Morgen. Weißer Salwar, roter Kameez mit Stickereien und blaue Dupatta (die richtigen Artikel kenne ich nicht, ich habe bisher nur englische Beschreibungen gelesen :-) ) angezogen und ab zur Arbeit. Das erste Mädel, das mir auf dem Flur im Seepz entgegenkam, sagte schon “You look pretty today!” Im Laufe des Tages kamen eine Menge Kollegen zu meinem Schreibtisch und sagten, dass ihnen mein Outfit gefällt. Andere beschränkten sich auf eine Email oder eine Nachricht im Chat. Aber jeder war begeistert. Beim Mittagessen begrüßte mich einer mit zusammengelegten Händen und einem “Namaste!” Ich überlegte noch, ob ich auf die gleiche Weise antworten soll… Naja, beim nächsten Mal.
Einige meinten, sie würden mich gerne im Sari sehen. Ich habe einen, ja; aber ob ich den tragen würde in aller Öffentlichkeit ist eine ganz andere Frage… Seema meinte sogar, ich sollte mir dann auch ein Bhindi zulegen, also den Punkt auf der Stirn. Das könnte ich mir mal gar nicht vorstellen. Ich glaube, die Leute würden denken, ich habe ein Rad ab. Sie ist da völlig anderer Meinung. Sie meint, das würde ganz toll aussehen, und ich soll es doch mal nächsten Freitag, zusammen mit dem Sari, probieren. Dann ist eine Feier von der Firma… Sie würde auch einen Sari tragen, wenn ich einen trage. Toll.

Land unter

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Hatte ich nicht am Anfang gesagt, ich würde den Regen vermissen? Den sogenannten “Monsun”? Nur ein paar Schauer hier und da, nichts Ernstes. Jaja. Vier Tage lang hats geregnet. Sonntagabend war es sogar schwierig, mit der Riksha nach dem Kino nach Hause zu kommen. Die Straßen waren überflutet, und das klapprige Gefährt ist zweimal stehengeblieben wegen Wasser im Motor. Und das quasi mitten in der Nacht. Zu allem Überfluss gab es eine Bombenwarnung; in anderen indischen Städten waren schon Bomben hochgegangen, es gab einige Tote, und eine anonyme Email warnte vor einem Anschlag auf Mumbai. Als ich so in der Riksha saß und die Wellen beobachtete, die romantisch gegen die Autos klatschten, bekam ich es mit der Angst zu tun. Es kam kaum einer vorwärts, die Straßen waren voll mit Autos und vor allem Wasser. Gullis sprudelten über. Und der Regen hörte nicht auf. Ich war froh, als ich eine gefühlte Ewigkeit später beim Apartment ankam. Dort war seltsamerweise nichts überflutet, naja, es gibt genug Löcher im Boden dort, durch die das Wasser sickern kann.
Richtig interessant wurde es erst am Montag, als wir mittags versuchten, irgendwo ein Restaurant zu finden. Zu Fuß. Es regnete wieder in Strömen. Meine Regenjacke nutzte nicht mehr viel. Es dauerte nicht lange, da war meine schwarze Anzughose durchnässt. Kein Wunder, ich watete durchs knietiefe Wasser. Ich war froh, dass ich Sandalen und keine Gummistiefel anhatte. Irgendwie machte uns das ungewollte Bad Spaß, aber irgendwann war ich auch ziemlich erschöpft. Meine nassen Füße rutschten in den Sandalen hin und her, besonders aber nach vorne, so dass meine kleinen Zehen ziemlich gestaucht wurden. Ich hinkte den anderen hinterher. Eigentlich wollten wir eine Riksha herbeirufen, aber keiner hielt an. Irgendwann fanden wir ein feines Fischrestaurant. Völlig durchnässt, wie wir waren, setzten wir uns an den Tisch. Der Kellner verzog keine Miene. Unter dem Tisch bildete sich ein Teich, die stoffbespannten Stühle wurden dunkel vor Nässe. Ein Mann wischte die Tropfen auf, die wir hinterlassen hatten, als wir zum Tisch gegangen waren, ebenfalls scheinbar völlig ungerührt. Wir froren schrecklich, weil die Klimaanlage an war. Ein Kellner kam mit einem Teller mit Fischen, die ich noch nie im Leben gesehen hatte. Hering würde man hier also nicht bekommen. Ein anderer Kellner zeigte uns eine Krabbe, die lebendig an einer Schnur hing und mit den Scheren klapperte. Sie war echt. Ich hasste das Geräusch, dass sie von sich gab. Ich drehte mich schnell wieder zum Tisch um. Wir bestellten Reis mit Shrimps und Tigerprawns in Sauce. Das Essen war toll, allerdings kam ständig ein Kellner, um uns noch etwas Reis auf den Teller zu schaufeln, eine Flasche Wasser wie einen alten Wein zu präsentieren oder uns nachzuschenken. Wir drei fanden das ziemlich nervig. Und etwas wehmütig dachte ich daran, dass ich gleich schon wieder durchs Wasser laufen musste. Der Regen hörte immer noch nicht auf, und keine Riksha ließ sich blicken. Also liefen wir wieder zu Fuß los, wir würden zu spät zum Training kommen. Zum Glück hatten wir eine Ausrede.

7. Tag

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Die erste Woche ist herum. Von Montag bis Freitag sitzen wir eigentlich den ganzen Tag im Büro, und erst jetzt am Wochenende können wir ein wenig die Gegend erkunden. Naja, zumindest solange, wie es mein Bauch zulässt. Wie erwartet, habe ich Durchfall, und Imodium akut hilft nicht oder nur bedingt (bis zum nächsten Essen). Ich esse nur wenig, manchmal lasse ich auch Mahlzeiten ausfallen. Ich habe lieber Hunger als Durchfall. Gut geht es mir nicht. Die Hitze macht mir zu schaffen, und die Luft auch. Ich will nicht jammern, aber es ist einfach so… Eine „richtige“ Diät mit Zwieback kann ich nicht machen, ich wüsste nicht woher ich Zwieback nehmen sollte. Ich trinke Cola, obwohl ich nicht glaube, dass das in irgendeiner Weise hilft. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es mir bald wieder besser geht. Ich habe nun mal einen empfindlichen Magen, was die Mahlzeiten in Mumbai nicht gerade versüßt.
Gestern war ich mit meinem Kollegen und einem Mann von der Rezeption (ich weiß nicht wie er heißt) auf dem Dach des Hotels, ein Bierchen trinken. Von irgendwoher hatten wir Carlsberg aufgetrieben. Das Zeugs kann man wie Wasser trinken, irgendwie war da kaum Alkohol drin. Bis spät in die Nacht waren wir dort, um zu quatschen. Über Mumbai, über Deutschland und über Gott und die Welt. Ich glaube, wir waren auf einer Wellenlänge. Über Mumbai fliegen eine Menge Fledermäuse, ziemlich große Viecher. Zum Vollmond gestern kamen wir uns vor wie in Transsylvanien. Naja, ich jedenfalls. Es fing kurz an zu regnen, aber wir merkten es kaum. Ich war fast ein wenig enttäuscht. Unter Monsun hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. „Rain will come!“ sagte der Mann optimistisch. In der Zeitung machen sie sich etwas Sorgen, weil es ungewöhnlich trocken ist für die Jahreszeit. In Deutschland mögen wir keinen Regen, weil es genug davon gibt. In Indien ist es anders, weil es nur in ein paar Monaten des Jahres regnet, nämlich während des Monsuns. Die Leute freuen sich über Regen. Ich würde gerne etwas von dieser Freude mit nach Hause nehmen.
Heute sind wir das erste Mal mit der Riksha gefahren. Ein Security-Officer vom Hotel hielt sie extra für uns an und sagte dem Fahrer, wo er hin soll. Ist vielleicht auch besser so, manche Rikshafahrer können kein Englisch. Das Ding ist erstaunlich geräumig innen, man muss sich nicht zu zweit nebeneinander quetschen sondern hat genug Platz. Ich kann jedem Indienreisenden nur empfehlen, einmal Riksha zu fahren. Es ist zwar recht abenteuerlich, man kann sich kaum unterhalten und das Ding kippelt schon mal gern, aber irgendwann kommt man schon ans Ziel. Wir wurden auch nicht mit dem Preis veräppelt. Was mich erstaunte war, dass der Fahrer das Geld nahm, küsste, an die Stirn hielt und offensichtlich betete. Vielleicht ein weiterer Aberglaube.
Wir sind zum SEEPZ, dem von der Außenwelt abgeschnittenen indischen Silicon Valley, gefahren. Dort, wo unsere Firma ihren Sitz hat. Nur mit einem Ausweis kommt man hinein. Wir beschlossen, in der Firma vorbeizuschauen, um Emails zu lesen. Dort trafen wir Seema, unseren „Guru“. Sie soll uns die Technologie beibringen, und sie hat uns in der ersten Woche immer geholfen, wenn wir Probleme mit irgendwas hatten, und ging jeden Tag mit uns Mittag essen (mit Ashish und Ashwani, zwei weiteren Kollegen). Sie lud uns ein, in die Stadt zu fahren, um mit ihr einen Film im Kino anzusehen. Wir freuten uns über die Einladung. Vor dem Eingang zum SEEPZ wartete ihr bester Freund, dessen Name ich schon wieder vergessen habe, der aber auch für die gleiche Firma arbeitet. Wir teilten uns auf zwei Riskhas auf und fuhren zu einem Einkaufszentrum. Ich fuhr mit Seema. Was ich ungewöhnlich fand war ihre Frage nach meinem Schmuck. Ich bin noch nie gefragt worden, wo ich meinen Schmuck her hätte, aber ich erzählte es ihr gerne. Sie fragte mich auch nach meiner Familie, wie jedes einzelne Familienmitglied heißt. Es muss also wirklich stimmen, dass die Familie über allem steht in Indien. In Deutschland hätte ich solche Fragen als unangenehm empfunden und hätte darüber nachgedacht, zu welchem Zweck er/sie fragt. Vielleicht habe ich mich doch schon ein bisschen angepasst. Ich denke nicht so sehr darüber nach und freue mich nur, dass die Leute gerne mit mir reden. Mitten in Mumbai standen wir im Stau. Nichts ging mehr. Die Luft war grau von den Abgasen, zwischen den Autos liefen Menschen hin und her. Ich war fasziniert. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir dann beim Shoppingzentrum an. Wie an einem Flughafen mussten wir durch eine Überwachungstür gehen, und unsere Taschen wurden kontrolliert. Das ist ein seltsames Gefühl. Die Leute scheinen Angst zu haben, dass jemand eine Bombe mitbringt oder ähnliches. Das machte mich irgendwie traurig. Keiner in Deutschland muss Angst vor einer Bombe haben, warum also in Indien? Die Inder sind doch ein friedliebendes Volk. Ich habe gelesen, dass es Hindu-Fanatiker gibt, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Aber warum, habe ich nicht verstanden.
In einem Buchladen kauften wir eine Karte von Mumbai. Ich mag Buchläden, und dieser war einer mit einer CD-Abteilung. Ich würde sicher später noch einmal zurückkommen, für ein Buch über Yoga und eine CD mit indischer Musik, als Souvenir. Das Kino war leider voll, und der Film hatte schon angefangen. Es war ein Bollywoodfilm namens „Kismat Konnection“. Seema erklärte uns, dass Kismat Glück bedeutet. Wir hatten schon ein paar Mal im Fernsehen die Vorschau für diesen Film gesehen und waren neugierig, obwohl wir nichts verstehen würden. Auch in einem anderen Kino hatten wir kein Glück. Seemas Freund versprach, dass wir es nächste Woche noch einmal versuchen würden, diesmal mit einer Kartenvorbestellung. Stattdessen kehrten wir schwitzend (ja, die Hitze vertrage ich nicht) in das Shoppingzentrum zurück und kehrten in einem Lokal ein. Es war amerikanisch angehaucht, dort gab es sogar Steaks. Aber wir blieben bei paniertem Käse mit Nudeln drin und einer Tomatensauce (ja, das war wirklich lecker!), stark gewürzten Reis mit gebratenem Hähnchen und Brokkoli. Auch hier aßen wir quasi von einem Teller, jeder nahm sich hier und da einen Bissen und legte es auf seinen kleinen Teller – mit der eigenen Gabel, auch wenn diese schon benutzt war. So etwas kümmert die Leute hier nicht. Auch die Flasche Mineralwasser wurde brüderlich geteilt. Ich habe damit zum Glück keine Probleme. Ich genoss das Essen. Ich finde, es hat etwas Freundschaftliches, wenn man keinen „eigenen“ Teller hat. Seemas Freund machte Fotos von uns mit seiner Handykamera. Ich glaube, Sympathie gab es auf beiden Seiten. Leider musste Seema nach Hause, sie würde zwei Stunden bis nach Hause brauchen. Mein Kollege und ich fuhren mit der Riksha zum Apartment, und kamen auch gesund an. Ich glaube ich kann mich daran gewöhnen.

Business Visa

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Vorgestern war ich in Essen, um mein Business Visa für Indien zu beantragen. Ich war ja schon froh, dass ich nicht nach Frankfurt fahren musste – denn dort ist das für NRW zuständige Konsulat. Jeden 1. Dienstag im Monat gibt es in Essen ein “Camp”, und da bin ich also hingefahren. Mit Davids Navi war das auch kein Problem; das Indische Honorarkonsulat befindet sich im Gebäude der Stadtverwaltung von Essen-Borbeck. Parken ist dort kein großes Problem, in einer Nebenstraße ist ein kleiner Parkplatz, auf dem man 2 Stunden stehen darf.
Das Konsulat befindet sich im 3. Stock; das musste man erst einmal herausfinden, denn der Anschlag hinter der Tür war etwas verwirrend. Ich bin einfach mit dem Aufzug gefahren und schaute in jedem Stockwerk aus der Tür … Bevor ich den Antrag abgeben konnte, musste ich erst einmal eine Nummer ziehen. Seufzend setzte ich mich ans Fenster und sprach eine junge Frau an, die neben mir saß, wie lange sie denn schon warten würde. Sie war sehr nett und erklärte mir unter Anderem, dass ich erst einmal meine Unterlagen bei einem Mann überprüfen lassen sollte, der in der Mitte saß. Er machte mich darauf aufmerksam, dass ich mein Geburtsdatum vergessen hätte. Uups… Neben dem Antrag selbst musste ich noch ein weiteres Dokument ausfüllen, ich weiß nicht warum, da die Informationen darauf auch im Antrag stehen. Zwei Passfotos mussten auch eingereicht werden. Wieder diese hässlichen fotometrischen Dinger, die von meinem Reisepass übrig geblieben waren. Auf ihnen sah ich aus wie eine Kindermörderin. Nach anderthalb Stunden war ich dran – die Nummern wurden allerdings nicht ausgerufen, und auch nicht angezeigt, die Leute mussten sich selbst untereinander verständigen welche Nummer sie haben.

Zwei Männer kümmerten sich um mich. Der eine sah typisch deutsch aus, leichter Bauch, recht jung, blond… Der andere allerdings war ein Inder, mit Turban. Insgeheim dachte ich, warum trägt er so einen Turban? Ist das ein Runninggag im Konsulat? Kein anderer Inder hatte einen, nur er. Er war ebenfalls recht jung. Der Turban wirkte also etwas deplatziert. Jedenfalls musste ich lachen als ich die beiden da nebeneinander sah. Ich lachte nicht mehr, als sie mir den Preis für ein Business Visa nannten. 160 Euro für ein Jahr, kürzere Visa werden seit heute nicht mehr ausgestellt. Soviel hatte ich gar nicht dabei. Ich kam auf 145 Euro. Also rannte ich schleunigst aus dem Gebäude, rein in die nächste Bank, und wieder zurück. Zum Glück musste ich nicht noch einmal eine Nummer ziehen.

Das Tolle ist, mit dem Warten wars noch nicht zu Ende. Erst ein paar Stunden später wurden die Reisepässe mit dem heiß umkämpften Stempel wieder ausgegeben. Was macht man in der Zwischenzeit? Ich befragte das Navi erst einmal nach dem nächsten McDonald’s und später nach dem nächsten Park.

Ich war angenehm überrascht. Mitten im Pott war ein wunderschöner kleiner Park (dessen Name ich direkt vergaß), mit einem Teich und Minigolfplatz.

Springbrunnen

Direkt am Wasser konnte man sich hinsetzen und im Halbschatten die Enten beobachten, die direkt ankamen, in der Hoffnung auf Futter. Das Schild “Füttern verboten” schien wohl kaum jemanden zu kümmern. Nach ein paar Minuten schwenkten sie allerdings enttäuscht um und suchten nach weiteren Passanten. Der Springbrunnen in der Mitte spritzte das Wasser ungefähr sechs Meter hoch. Irgendwie gefiel er mir. Ich setzte mich also auf eine der komplett durchgesessenen Bänke (wirklich, als hätten 300 Kilo- Männer darauf gesessen) und genoss das schöne Wetter.

Durchgesessene Bänke

Als allerdings ein Mann sich zu mir gesellte, biertrinkend, entschloss ich mich, wieder zum Konsulat zu fahren. Das hatte sich gelohnt, denn schon vor der angegebenen Zeit (16.00 Uhr) konnte ich endlich meinen Reisepass in Empfang nehmen und nach Hause fahren.

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