… I want in a lover car.
Jep, ich bin nicht nur auf Wohnungssuche, sondern auch auf Autosuche. Die Geschichte dazu ist lang.
Anfang Dezember wollte ich nach Euskirchen zu Philipp, meinem Freund, fahren. Am nächsten Tag würde ich dann von seiner Wohnung aus zu meinem Arbeitsplatz in Bonn fahren. Denkste! Irgendwo zwischen Bedburg und dem Nirgendwo, ich war gerade in einem Überholvorgang auf der Autobahn, ruckelte der Punto, hustete und spuckte hinten eine riesige Qualmwolke aus. Gas geben? Nix. Mir blieb nichts übrig, als auf den Seitenstreifen zu fahren. Der Punto ächzte und stöhnte. Ich stellte den Motor ab und die Warnblinkanlage an und blieb erstmal bibbernd sitzen. Es war dunkel und kalt. Habe ich schon erwähnt, dass es dunkel und kalt war? Zum Glück hatte ich die Telefonnummer des ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschlands)-Notdiensts per Aufkleber an der Frontscheibe gepinnt und das Handy war an. Dummerweise funktionierte die Nummer nicht. Panisch rief ich bei Philipp an, er soll doch nach der Nummer für den Notdienst suchen und dort anrufen ich steh grad unter einer Brücke an Kilometer Soundso auf der A61 Richtung Koblenz… PLZ HELP! “Beruhige dich, Schatz. Keine Panik. Ich ruf da an und gleich kommt jemand.” Ich war aufgelöst und heulte und suchte verzweifelt nach einer weiteren Telefonnummer in den tiefen Weiten meiner Handtasche. Und tatsächlich, nachdem ich aufgelegt hatte, fand ich eine Mitgliedskarte in meinem Portemonnaie, mit der Telefonnummer. Auch hier wieder, “Keine Panik, Frau Happy, beruhigen Sie sich. Wo befinden Sie sich? Bitte steigen Sie aus und gehen hinter die Leitplanke. Es ruft Sie gleich jemand an vom Abschleppdienst.” Immer noch hemmungslos schluchzend kramte ich die quiekgelbe Warnweste aus dem Handschuhfach und krabbelte über den Beifahrersitz nach draußen. Draußen war es noch viel kälter. Ich rief wieder Philipp an. Er war sauer. “Warum rufst du selbst beim Notdienst an? Wegen dir hab ich mich zum Affen gemacht!” Kleinlaut entschuldigte ich mich. Ich wollte nicht auflegen, ich fühlte mich einsam unter der Brücke. Aber irgendwann gab ich mich geschlagen, wollte mich doch der Abschleppdienst anrufen. Keine fünf Minuten später rief ein Mann mit einem Mischmasch aus kölschem und osteuropäischem Akzent an. “Wo befinden Se sich? Sinn Se schon an der Ausfahrt Bergheim vorbei?” Häh? Keine Ahnung. Ich achte nie auf die Ausfahrten wenn ich den Weg quasi auswendig kenne. Er lachte. “Na gut, ich find Se schon. Isch bin in 30 Minuten bei Ihnen.” 30 Minuten?! Bis dahin bin ich erfroren! “Ich beeil mich.”
Schlotternd und schluchzend stand ich also da, mit der Warnweste über dem langen Mantel, und wartete. 25 Minuten, die mir vorkamen wie eine halbe Ewigkeit. Schließlich war der Abschleppwagen da, ich hatte mich mittlerweile etwas beruhigt. Nach einiger Anstrengung wurde die Motorhaube geöffnet. Er war entsetzt. “Schaun Se sich das mal an! Der Motor ist überhitzt! Wann haben Se denn das letzte Mal Wasser nachgefüllt?” – “Vor 2 Wochen.” – “Oh, dann wird wohl der Kühler kaputt sein. Schaun Se mal hier, hier ist das Teil schon weggeschmolzen.” Ich guckte ihn, vermutlich etwas blöde, an. “Und? Ist der noch zu retten?” – “Nä. Se könnten Glück ham, aber sieht schlecht aus. Wo Wolln Se denn hin?” – “Na eigentlich wollte ich nach Euskirchen…” – “Nä! Isch mein, wo soll isch Se denn hinbringen jetz?” Ich guckte noch blöder. “Zur nächsten Werkstatt würde ich sagen.” Auf der Fahrt vom Nirgendwo ins Janzweitwech machte er sich, natürlich, über die dummen Frauen lustig, die mit ihrem Auto nicht ordentlich umgehen können. “Motorschaden! Sowass passiert nur Frauen! Echt jetz!” Aha. Du mich auch. Ich blieb aber still und lächelte nur. Er brachte mich zum nächsten Ford-Händler, in einem winzigen Gewerbegebiet. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich unterschrieb einen Wisch, mein Auto wurde abgestellt und dann stand ich wieder allein da. Ich rief DigiTalk an. Er hatte gerade eine Verabredung, kam aber trotzdem, um mich abzuholen. Gottseidank! Ich habe mich noch nie so gefreut, jemanden zu sehen (nach wiederum 30 Minuten Wartezeit, ich war wirklich am Po der Welt!). Seine Verabredung war direkt mitgekommen. Zum Glück erwischte ich den Werkstattleiter, obwohl die Werkstatt schon geschlossen hatte. Ich gab ihm den Schlüssel und den Fahrzeugschein, während Digi meinen Kofferrauminhalt in seinen Wagen packte. Wir fuhren dann Billard spielen und ich beruhigte mich allmählich.
Doch was tun mit einem kaputten Wagen? Am nächsten Tag telefonierte mein Vater mit dem Werkstattleiter. Wirtschaftlicher Totalschaden, Reparatur würde sich nicht lohnen. Vater versprach, jemanden zu schicken, den Wagen abzuschleppen und rief seinen besonderen Schrottplatztyp an. Klar, er würd den Wagen abschleppen und ihn sich mal ansehen. Vielleicht gibts ja irgendwo noch einen Dieselmotor für den Fiat Punto (leider sehr selten).
Irgendwann hat mein Vater den Schrottplatztyp nochmal angerufen, der sich direkt entschuldigte. Sein Auto wäre nun auch kaputt, darum müsse er sich nun zuerst kümmern. Also warten. Alle paar Tage rief mein Vater dort an, keine Veränderung. Anfang Januar dann, der Werkstattleiter wurde schon ungeduldig, wurde mein Wagen dann endlich abgeholt. Zwei Tage später die Nachricht, eine Reparatur würde 1500 Euro kosten. Als ob ichs nicht gewusst hätte.
Ich bin also auf der Suche nach einem neuen Wagen. Mindestens von 2007, am Liebsten von 2008, möglichst nicht viel gelaufen, für unter 10000 Euro, möglichst mit Finanzierungsmöglichkeit. Klima, ABS versteht sich von selbst (haben die ja mittlerweile alle!), möglichst 5-Türer. Am Liebsten in Silber-Metallic. Ich habe mich in einen Opel Corsa verguckt. Den neuen natürlich. Ich habe schon ein paar passende Fahrzeuge im Internet gefunden, aber bisher keine Zeit gehabt, dort anzurufen oder gar eine Probefahrt zu machen. *seufz*
Juni 24th, 2010 at 17:33
Endlich mal ein Mensch der zur Sache geht!