Blogjulklapp: Indien – die “Aussenansicht”

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Im Rahmen von Konnas Blogjulklapp kommt hier nun mein – zugegebenermaßen etwas verspäteter – Gastbeitrag.

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um meine Sicht von HappyKerkys Indienaufenthalt niederzuschreiben.

Als sie das erste Mal sagte “Ich bin dann wahrscheinlich zwei Monate in indien” habe ich mir noch gedacht, dass dies wahrscheinlich nicht so klappen wird. Welche Firma schickt ihre neuen Mitarbeiter schon direkt nach Indien?

Aber als das Ganze immer konkreter wurde und ich erfuhr, dass es ja auch eine indische Firma ist, wurde mir die Sache immer plausibler – und HappyKerky immer nervöser. Sie sollte also zum ersten Mal in ihrem Leben für eine lange Zeit in unerreichbarer Ferne sein.

gut, habe ich mir gedacht, das wird sicher eine interessante Erfahrung sein. Das es leicht wird, dachte ich mir nicht – und ganz so leicht war es dann ja auch nicht. Der Tag rückte immer näher, sie wurde nervöser, kaufte mehr und mehr Indienbücher und ich wusste nicht, was mein virtuelles Schwesterlein denn erwarten würde. Sie fand die hier im Blog eingebundenen Videos von Mumbais Straßenverkehr und ich dachte mir nur “Hoffentlich überlebt sie das”.

Die Abreise kam, der Abschied fiel leichter als gedacht (mein Hirn hatte das mit den zwei Monaten wohl noch nicht so ganz verdaut) und HappyKerky flog etliche Stunden über den Wolken.

Zwei Tage hörte man nichts von ihr. Dann kamen erste Skype- und ICQ-Nachrichten. Alles war bestens nur so überwältigend neu. Das Appartment entsprach in keinster Weise irgendwelchen westlichen Standards und sie vertrug das Essen nicht so.  Aber HappyKerky hat sich durchgeschlagen. Sie warf sich mit frohem Mut in die tollsten Abenteuer (Sprich: indisches Engisch, indisches Essen und indischer Straßenverkehr) und kam immer besser damit klar. Mir fehlte siie und ich war froh, dass zumindest die virtuelle Kommunikation aufrecht erhalten werden konnte. So war ich mir sicher, dass es ihr auch tatsächlich gut ging – ausserdem fehlte sie mir.

Nach dem ersten Monat hätt ich sie gerne mal geknuddelt, was aber leider nur virtuell ging. Die Hälfte geschafft, die halben sorgen auf meiner Seite ausgestanden und eine unversehrte HappyKerky auf dem Rückflug in überschaubarer Zukunft. Erleichterung meinerseits darüber, dass ihr Magen mit dem Essen immer besser klar kam (ich sah schon eine ausgemergelte Kerky auf dem Flughafen auf mich zukommen, die sich hinter Kate Moss hätte verstecken können) und sich schon so an den indischen Straßenverkehr gewöhnt hatte, dass ihre Überlebenschancen drastisch gestiegen waren.

Dann kam der Rikschaunfall und der Krankenhausaufenthalt, den ich per Instant-Messenger mehr oder minder live mitbekam. Und das kurz vor dem Ende. Und sie hatte sich noch für eine zweiwöchige Verlängerung entschieden. Als ich das hörte (bzw. las) dachte ich mir nur “Mutig! So lange durchgehalten und dann noch zwei Wocheen länger – Respekt!”

Aber HappyKerky hat alles so gut wie Schadlos überstanden, ist um einige Erfahrungen reicher und im Grunde immer noch die selbe wie vorher.

Zu ihrer großen Überraschung habe ich sie am Frankfurter Flughafen abgeholt (und traf dort ihre Eltern), da ich sowieso gerade in der Nähe war und mir diese Gelegenheit nicht nehmen lassen wollte.

So gab es ein schönes Wiedersehen als sie im Sari aus der Tür zum Gate kam und sie ist mir erstmal um den Hals gefallen. Ich merkte, dass sie trotz aller schönen und positiven Erfahrungen froh war, wieder hier zu sein.

Es ist halt vieles schön, aber einiges eben nur eine Zeitlang :-) So hatte sie endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen und ich endlich meine Schwester wieder. Seitdem ist sie mehr Schwesterchen für mich als je zuvor.

Es war eine interessante Zeit, und HappyKerky würde sie wahrscheinlich wiederholen, wenn sie könnte, aber Sorgen machen würde ich mir immer wieder. Ich war nur sehr froh, dass sie bei den jüngsten Anschlägen nicht mehr in Indien war. Das mein Chef seit anderthalb Monaten in Thailand ist, reicht mir an Fremdaufregung :-)

Wohnungssuche

Persönliches Keine Kommentare »

Da ich mich dazu entschieden habe, doch noch meinen Blog weiterzuschreiben, auch wenns mal nicht so ganz dem Thema Indien entspricht (danke für eure Reaktionen, Mädels ;) ), hier der erste indienfreie Beitrag. Mal schauen ob ich es schaffe.

Ich bin seit ein paar Wochen auf Wohnungssuche.  Ja, ich will endlich mit meinem Schatzi zusammenziehen. Unser Ziel? Bonn. Die schöne Stadt am Rhein, mit Königswinter und einer blöden Autofähre (grmlbrgrml… *nerv*) vor der Tür und mittlerweile mein Vielleicht-Oft-Vielleicht-Manchmal-Arbeitsplatz. Offiziell arbeite ich ja im Homeoffice, aber jemand muss auch beim Kunden nach den Rechten sehen. Und wer könnte da besser sein als Miss Complicated (O-Ton Sandeep – Ach, da wars wieder, das Indienthema, nicht einmal ein Absatz ohne geschafft!).

Heute haben wir uns die vierte Wohnung angeschaut. Von außen. Und wir haben entschieden, dass wir definitiv etwas besseres verdient haben. Ähnlich wars mit den anderen Wohnungen. Schlecht oder gar nicht renoviert, die Küche und / oder das Bad ohne Fenster oder wie hier, neben einer verkommenen Sporthalle (Mief incoming!) und hinter einem Bretterverschlag. Erst eine halbe Stunde vorher hat die nette Frau Maklerin abgesagt. Phil fragte direkt “Hast du ihr nicht gesagt, dass du aus Mönchengladbach kommst? Ist ja eine Unverschämtheit!”.  Hatte ich? Keine Ahnung. Aber egal, da wir einmal auf dem Weg waren haben wir uns das Ding von außen angeschaut. Ja, Ding. Räuberhöhle? Müllkippe? Irgendwie alles, und das mitten im Nirgendwo. Und ich dachte, Bonn ist eine Großstadt. Ich bin nach soviel Tiefschlägen etwas deprimiert und habe mich erstmal von Phil trösten lassen. Ich glaube, er war ehrlich betroffen. Er hat mir versprochen, morgen intensiv bei der Suche mitzuhelfen bzw. es selbst in die Hand zu nehmen.
Es kann doch nicht so schwer sein, eine 3-Zimmer-Wohnung, mindestens 70 m², vielleicht mit Balkon, möglichst renoviert für 600 € warm zu bekommen, oder? Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Aber nach Beuel will ich nicht.

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