Klopapier ist ein ganz eigenes Thema in Indien. Im Apartment war welches, ja, aber nur sehr wenig. Und auch nach Nachfragen an der Rezeption gab es (bisher) kein neues. Toilettenpapier ist in Europa völlig alltäglich, und keiner macht sich Gedanken darum. Es ist immer genug da. Doch was passiert, wenn es plötzlich keins mehr gibt? Man kann nicht einfach nach Klopapier rufen, wie in diesem alten Kinderlied: „Und dann kam der zweite, der sich dort einreihte, und er schrie nach Klopapier, Klopapier…“ Nein. Ganz und gar nicht. Mama hilft hier nicht. In den Keller gehen geht auch nicht (ich weiß nicht ob dieses Gebäude überhaupt einen Keller hat). Also muss man sich selbst Klopapier kaufen. Mein Kollege und ich ließen uns heute extra zu diesem Zweck bei einem schäbigen Supermarkt um die Ecke absetzen – wir sagten dem Fahrer nicht, wieso, er grinste schon genug als wir wieder herauskamen. Auf den ersten Blick gab es nur eine Rolle. In diesem Supermarkt gab es alles, von Mais bis Haarfärbemittel. Und eine Rolle Klopapier. Später wurden wir fündig, insgesamt gab es fünf (!) Rollen, die meisten davon waren bereits kaputt oder ausgepackt. Aber wir waren froh, dass es überhaupt welche gab. Meine Rolle kostete 46 Rupien, wenn ich das richtig verstanden hatte. Das sind umgerechnet in etwa 80 Cent. Toilettenpapier ist in Indien offensichtlich Luxus. Für 46 Rupien würde man unter Umständen eine komplette Mahlzeit bekommen.
Also, solltet ihr beim nächsten Mal zum Toilettenpapier greifen, denkt daran, wie gut ihr es habt.
Vor dem Antritt meiner Reise wurde mir von mehreren Personen gesagt, dass Indien seltsam riecht. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Irgendwie anders… Nach Gewürzen vielleicht, nach Essen und nach Benzin. Ich war neugierig auf diesen Geruch. Meine Mutter hatte sich Sorgen gemacht, weil ich geruchsempfindlich bin. Jedes Mal, wenn ich in Indien vor die Tür ging, nahm ich einen tiefen Atemzug. Doch ich wurde enttäuscht. Mir fiel nichts auf. Manchmal roch es nach Essen, ja, aber mehr auch nicht. Und niemand, der mir bisher begegnet ist, stank. Und keiner hat mich aus Versehen angespuckt. Sollten diese Klischees am Ende falsch sein? Täuschen sich die Europäer, die dort waren und alles falsch in Erinnerung haben?
Das Telefon schrillte. Bis ich das kapierte, dauerte es eine ganze Weile. Was ist das wohl für ein Geräusch? Ich schlug die Augen auf und nahm den Hörer ab.
„Hello?“
Ich war verwirrt. Also sagte ich,
„Kerstin Görtz…“
So antwortete ich immer zu Hause, wenn jemand mich anrief. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagte etwas. Ich verstand nichts.
„Pardon?“
Ein Wort das ich damals beim Schüleraustausch in England gelernt hatte. Der Mann wiederholte seine Worte, diesmal etwas langsamer. Er war offenbar von der Rezeption, und er wollte meinen Kollegen sprechen. Ich ärgerte mich. War ich nicht kompetent genug, auch Sachen zu regeln?
„He is in the other room.“
„Okay.“
Der Mann legte auf. Huch, hatte er nicht was vergessen? Normalerweise sagt man doch Bye oder so was …? Ich starrte den Hörer an und legte stirnrunzelnd auf. Ich legte mich wieder hin.
Fünf Minuten später rief der gleiche Mann noch mal an.
„Here is the reception.“
Mir fiel nichts anderes ein als „Okay.“
„Your colleague does not go to the phone.“
„I think he is too tired…“ Nun, kein Wunder, in Deutschland wäre es gerade mal 6 Uhr morgens.
„Okay, there is someone on the phone for you. You can speak now.“
Ui, ein Anruf für mich! Na ja, für meinen männlichen Kollegen, der nicht ans Telefon geht. Haha. Ich kriegs Kotzen. Na ja, die Rolle der Frau ist hierzulande offensichtlich anders als zu Hause. Daran werde ich mich sicherlich nicht gewöhnen. Dafür bin ich zu emanzipiert.
„Here is
Ich hoffte ich würde genug verstehen, er redete genauso undeutlich wie der Mann an der Rezeption. Er wollte mir offenbar mitteilen, dass meine indische Kollegin sich darum kümmern würde, wann wir morgen in der Firma auftauchen sollen. Außerdem fragte er, ob der Trainingsplan angekommen sei. Und das war offensichtlich alles, denn kurze Zeit später legte er auf, wiederum ohne tschüss zu sagen. Das scheint wohl üblich zu sein.
Seufzend legte ich meinen Kopf wieder aufs Kissen, nur um kurze Zeit später wieder angerufen zu werden. Ich wurde nach Frühstück gefragt. Juhu! Ich hatte schon Hunger. Der Mann von der Rezeption fragte mich, was ich essen wollte.
„Do you want coffee?“
„Okay, coffee is fine.“ Ich bin zwar kein Kaffeetrinker, aber dem Tee vertraute ich bisher nicht.
„Omelette?“
„Okay.“ Da weiß ich wenigstens, was das ist. Ich dachte, er würde sicher mit irgendwas Seltsamen kommen später, wovon ich nicht weiß was das sein soll, für Experimente war es definitiv noch zu früh.
„With or without cheese?“
„With cheese, please“. Trockenes Omelette, na ja… Ich wusste nicht wann ich das nächste Mal etwas essen würde, etwas Nahrhaftes musste es also sein.
„Bread?“
„Bread is okay, thank you.“ Juhu, Brot.
„Bread? Toast? With butter?“
„Toast with butter.“ Jetzt fang nicht an, mich zu überfordern!
Er legte auf. Natürlich ohne ein Tschüssikowski und Bisdannimanski.
Während der Fahrt zum Flughafen musste ich oft schlucken. Jetzt sollte es losgehen. Meine Eltern und mein Bruder kamen mit. Während der Fahrt bat ich meinen Vater, anzuhalten um zu gucken ob mein Reisepass auch wirklich da sei. Wenn ich sehr nervös bin, und das war ich, schaue ich mich immer um ob ich nicht etwas verloren habe. Der Reisepass war da. Nach etwa 2 Stunden Fahrt waren wir auch schon da. Der Frankfurter Flughafen ist groß, wenn nicht riesig. Ich machte mir Sorgen meinen Kollegen nicht zu finden. Ich machte mir eigentlich über alles Sorgen. Und das unbegründet, wie sich schließlich herausstellen sollte. Der Kollege kam und erkannte mich gleich, der Koffer wurde nicht beanstandet (22,5kg) und wir bekamen beide einen „Upgrade“ und durften in der Businessclass mitfliegen (am Anfang war die Rede davon dass wir eventuell gar keinen Sitzplatz bekämen, aber wir machten auf wichtig und „Das ist mein Kollege“ und „Wir brauchen diesen Flug unbedingt!“). Beharrlichkeit siegt. Und die Businessclass (die in einer Boeing 747 gleichgestellt ist mit der First Class) ist wirklich sehr komfortabel. Zwei Essen mit drei Gängen (beim Abendessen war ich immer noch satt), so viele Filme schauen wie man will, Platz satt… Ich glaube ich möchte nie wieder 2. Klasse fliegen
Der Blick auf Mumbai bei Nacht war atemberaubend. Mir stand der Mund offen. Ich konnte nicht glauben, dass ich tatsächlich in ein paar Minuten dort landen würde. Aber doch, das tat ich, nach ein paar Komplikationen (kam mir jedenfalls so vor). Es regnete nicht. Es war allerdings schwülheiß. Am Kofferband schwitzte ich furchtbar, vor Angst der Koffer könnte verlorengegangen sein und wegen der Hitze. Ich konnte kaum atmen. Als wäre zu wenig Sauerstoff in der Luft. Zigmal wurden die Ausweise kontrolliert. Ein Schild wies später daraufhin, dass ab jetzt keine Checks mehr kämen. Wie beruhigend. Das Schild log aber. Mein Kollege wurde von einem Securitytypen angehalten auf dem Weg nach draußen. Ich verstand so gut wie nichts, obwohl mein Englisch eigentlich okay ist. Der Akzent des Mannes war so stark, dass mein Kollege ihn darum bat, langsamer und immer langsamer zu sprechen. Glücklicherweise kam unser Fahrer und erlöste uns, irgendwie hatte ich das Gefühl der Mann wollte meinen Kollegen verschleppen – er sollte die Koffer stehenlassen und mit ihm gehen. Warum auch immer. Unser Fahrer grinste breit und sprach anfangs nur mit meinem Kollegen, um sich dann später nach mir umzudrehen, um zu fragen: „Who is this?“ Ich glaube er fragte meinen Kollegen, und war verwundert, dass ich selbst antwortete. Warum sollten Frauen auch Englisch können… Na ja ich machte das Beste draus. Das Auto war ein Geländewagen mit Vorhängen an den Fenstern. Erinnerte ein bisschen an ein Hippie-Auto. Ich stieg hinten ein, ein Fehler – ein Anschnallgurt ohne Befestigungsmöglichkeit. Ich dachte darüber nach, ob ich ihn darauf ansprechen sollte, damit er vorsichtiger fährt, ließ es aber, als er über eine rote Ampel fuhr. Die Straßen waren unglaublich kaputt, teilweise kam der Wagen kaum vorwärts. Hunde liefen frei auf der Straße herum und wurden fast platt gefahren. Es war halb drei Ortszeit, es war aber trotzdem brechend voll. Das Apartmenthaus war allerdings in einer ruhigen Straße, die schrecklich kaputt und dreckig war. Ich war dennoch froh, angekommen zu sein. Mein Kollege zögerte bei seiner Unterschrift, um die Schlüssel zu bekommen. „Ich bin Linkshänder“, sagte er später, na ja, da sind wir schon zwei. Er gab dem Fahrer die Hand, und ich hielt ihm auch die Hand hin (ja, ich weiß, das tut man nicht, aber ich bin nicht verheiratet!), und er zögerte. Er nahm sie dann aber doch. Ich muss das noch üben glaube ich, ich habe nicht daran gedacht, dass der Gruß hier anders geht… Das eine Zimmer ging erstmal gar nicht auf. In dem anderen (meinem) Zimmer war im Schlafzimmer die Klimaanlage kaputt. Ich würde mich später darum kümmern, dachte ich, nun würde ich aber versuchen zu schlafen. Ich stellte meinen Koffer und das Handgepäck hin und schaute mich erst einmal um. Ein Sofa mit einem Sessel, ein Couchtisch, ein Fernseher und ein Schreibtisch. Ich fand sogar einen LAN-Anschluss. Es gab viele Lichtschalter, von denen mehr als die Hälfte nicht ging. Einer war für den Ventilator an der Decke. Es gab sogar einen Esszimmertisch, auf denen zwei Flaschen mit nicht gerade vertrauenerweckender Flüssigkeit standen. Es sollte wohl Wasser sein. Davon würde ich die Finger lassen, obwohl mir nicht ganz klar war, was ich stattdessen trinken sollte. Die Küche war ein Witz. Eine große Ablagefläche mit einem Waschbecken darin, und einem Mülleimer. Sonst nichts. Ich würde hier nicht einmal Wasser abkochen können, geschweige denn ein Essen zubereiten. Das Badezimmer war winzig, die Dusche nur durch einen Duschvorhang erkennbar. Das Toilettenpapier habe ich erst am nächsten Tag gesucht – es war sogar welches da. Aber nur wenig. Ich würde daran denken müssen, neues zu kaufen. Das Schlafzimmer war recht groß, mit einem Doppelbett und einem großen Schrank (den -kaputten- Safe darin habe ich auch erst am nächsten Morgen entdeckt). Ich stellte den Ventilator an, die Klimaanlage funktionierte ja nicht, und legte mich ins Bett. Ich starrte zur Decke und fühlte mich … wie Indiana Jones. Ja. Indiana Jones. Die Lichter von draußen zeichneten ein Schattenspiel an die Decke, welches nur von dem Ventilator unterbrochen wurde. Ich war nicht müde, versuchte aber trotzdem zu schlafen. Um fünf Uhr morgens Ortszeit weckte mich nach wenig Schlaf ein Muezzin. Es scheint wohl doch eine große Gemeinde von Muslimen zu geben in Mumbai. Ich starrte weiter an die Decke und hörte ihm gebannt zu. Er hatte eine schöne Stimme, allerdings dachte ich ernst darüber nach, ob wirklich jemand freiwillig so früh aufsteht, um seinen Singsang über die Stadt zu verbreiten. Vielleicht kam die Stimme sogar von Band. Grübelnd über die ganzen Seltsamkeiten schlief ich wieder ein.
Die nächsten Teile des Blogs werden zeitverzögert veröffentlicht, da es in Indien Schwierigkeiten gibt, Internet zu bekommen. Zur Orientierung gibt es entsprechende Überschriften. Den ersten Teil schreibe ich zu meinem ersten Frühstück – Käseomelette mit Toast und Butter und dazu „indischen“ Kaffee – der eigentlich nur aus Milch mit viel Zucker besteht. Ich habe noch keinen Kaffeegeschmack darin gefunden. Das nächste Mal gibt’s Tee. Ich schaue fern, um zu erkennen, dass es die Duracellhäschen immer noch gibt. Sie sind ausgewandert nach Indien, um dort zu klettern.
Ich glaube nicht an Hokuspokus, aber manchmal habe ich ein paar Anwandlungen dass ich sage, das nächste Lied was in Winamp gespielt wird, hat in seinem Text eine wichtige Botschaft für mich. Was liegt da näher, es für die Reise nach Indien auch zu tun?
Winamps Shufflefunktion wählte Pink Floyd – “Comfortably Numb”. Und tatsächlich. Eine Textzeile lautet:
“Come on it’s time to go.”
Ja, Winamp hat immer Recht. David hats schon immer gewusst
Tja, so langsam siehts aus, als würde ich tatsächlich und schlussendlich nach Indien fliegen. Die ersten Leute haben sich schon von mir verabschiedet… Mein Freund war am Wochenende da, meine Schwester ist am Montag zurück nach Speyer gefahren, und gestern war ich mit meinen Eltern und meinem Bruder bei unserem Lieblingschinesen essen (“Prost – und tschüss!”). Heute Abend geh ich mit meinem besten Freund Enchiladas futtern (ja, ich werde dick und rund, bevor ich ins Flugzeug steige!).
Hach, ich werde euch alle vermissen, meine Hasis! Ich hoffe, dass ich mit allen wenigstens ein bisschen in Kontakt bleiben kann (von diversen Postkartenbombardements abgesehen), und dass ich kaum Zeit haben werde, mich tierisch nach euch zu sehnen.
Ich werde viel trinken, damit ich nicht dehydriert ins Flugzeug steige nachdem ich Sturzbäche im Terminal geheult habe
Mein vielzitierter Vielleicht-Kollege ist nun übrigens ein richtiger Kollege geworden, er wird mich im Flugzeug begleiten. Na wenigstens etwas, so kann ich jemanden 8 Stunden lang nerven mit diversen Hindi-Wörtern die ich versucht habe zu erlernen, aus meiner Sicht seltsamen Gebräuchen von denen ich bisher glaube, dass sie in Indien tatsächlich existieren, und den ich zur Not auch geflissentlich ignorieren kann, falls ihn mein Gebrabbel überhaupt nicht interessieren scheint. Nach dem Flug kann ich dann hoffentlich direkt ins Bett (obwohl ich ganz sicher nicht müde bin! – Zeitverschiebung und so), obwohl heute ein Kollege meinte, es wäre gar nicht sicher ob ich nun tatsächlich ein Apartment drüben habe *schluck*… Naja, zur Not gibts für die erste Woche ein Hotelzimmer…
Vorgestern war ich in Essen, um mein Business Visa für Indien zu beantragen. Ich war ja schon froh, dass ich nicht nach Frankfurt fahren musste – denn dort ist das für NRW zuständige Konsulat. Jeden 1. Dienstag im Monat gibt es in Essen ein “Camp”, und da bin ich also hingefahren. Mit Davids Navi war das auch kein Problem; das Indische Honorarkonsulat befindet sich im Gebäude der Stadtverwaltung von Essen-Borbeck. Parken ist dort kein großes Problem, in einer Nebenstraße ist ein kleiner Parkplatz, auf dem man 2 Stunden stehen darf.
Das Konsulat befindet sich im 3. Stock; das musste man erst einmal herausfinden, denn der Anschlag hinter der Tür war etwas verwirrend. Ich bin einfach mit dem Aufzug gefahren und schaute in jedem Stockwerk aus der Tür … Bevor ich den Antrag abgeben konnte, musste ich erst einmal eine Nummer ziehen. Seufzend setzte ich mich ans Fenster und sprach eine junge Frau an, die neben mir saß, wie lange sie denn schon warten würde. Sie war sehr nett und erklärte mir unter Anderem, dass ich erst einmal meine Unterlagen bei einem Mann überprüfen lassen sollte, der in der Mitte saß. Er machte mich darauf aufmerksam, dass ich mein Geburtsdatum vergessen hätte. Uups… Neben dem Antrag selbst musste ich noch ein weiteres Dokument ausfüllen, ich weiß nicht warum, da die Informationen darauf auch im Antrag stehen. Zwei Passfotos mussten auch eingereicht werden. Wieder diese hässlichen fotometrischen Dinger, die von meinem Reisepass übrig geblieben waren. Auf ihnen sah ich aus wie eine Kindermörderin. Nach anderthalb Stunden war ich dran – die Nummern wurden allerdings nicht ausgerufen, und auch nicht angezeigt, die Leute mussten sich selbst untereinander verständigen welche Nummer sie haben.
Zwei Männer kümmerten sich um mich. Der eine sah typisch deutsch aus, leichter Bauch, recht jung, blond… Der andere allerdings war ein Inder, mit Turban. Insgeheim dachte ich, warum trägt er so einen Turban? Ist das ein Runninggag im Konsulat? Kein anderer Inder hatte einen, nur er. Er war ebenfalls recht jung. Der Turban wirkte also etwas deplatziert. Jedenfalls musste ich lachen als ich die beiden da nebeneinander sah. Ich lachte nicht mehr, als sie mir den Preis für ein Business Visa nannten. 160 Euro für ein Jahr, kürzere Visa werden seit heute nicht mehr ausgestellt. Soviel hatte ich gar nicht dabei. Ich kam auf 145 Euro. Also rannte ich schleunigst aus dem Gebäude, rein in die nächste Bank, und wieder zurück. Zum Glück musste ich nicht noch einmal eine Nummer ziehen.
Das Tolle ist, mit dem Warten wars noch nicht zu Ende. Erst ein paar Stunden später wurden die Reisepässe mit dem heiß umkämpften Stempel wieder ausgegeben. Was macht man in der Zwischenzeit? Ich befragte das Navi erst einmal nach dem nächsten McDonald’s und später nach dem nächsten Park.
Ich war angenehm überrascht. Mitten im Pott war ein wunderschöner kleiner Park (dessen Name ich direkt vergaß), mit einem Teich und Minigolfplatz.

Direkt am Wasser konnte man sich hinsetzen und im Halbschatten die Enten beobachten, die direkt ankamen, in der Hoffnung auf Futter. Das Schild “Füttern verboten” schien wohl kaum jemanden zu kümmern. Nach ein paar Minuten schwenkten sie allerdings enttäuscht um und suchten nach weiteren Passanten. Der Springbrunnen in der Mitte spritzte das Wasser ungefähr sechs Meter hoch. Irgendwie gefiel er mir. Ich setzte mich also auf eine der komplett durchgesessenen Bänke (wirklich, als hätten 300 Kilo- Männer darauf gesessen) und genoss das schöne Wetter.

Als allerdings ein Mann sich zu mir gesellte, biertrinkend, entschloss ich mich, wieder zum Konsulat zu fahren. Das hatte sich gelohnt, denn schon vor der angegebenen Zeit (16.00 Uhr) konnte ich endlich meinen Reisepass in Empfang nehmen und nach Hause fahren.
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