Klopapier ist ein ganz eigenes Thema in Indien. Im Apartment war welches, ja, aber nur sehr wenig. Und auch nach Nachfragen an der Rezeption gab es (bisher) kein neues. Toilettenpapier ist in Europa völlig alltäglich, und keiner macht sich Gedanken darum. Es ist immer genug da. Doch was passiert, wenn es plötzlich keins mehr gibt? Man kann nicht einfach nach Klopapier rufen, wie in diesem alten Kinderlied: „Und dann kam der zweite, der sich dort einreihte, und er schrie nach Klopapier, Klopapier…“ Nein. Ganz und gar nicht. Mama hilft hier nicht. In den Keller gehen geht auch nicht (ich weiß nicht ob dieses Gebäude überhaupt einen Keller hat). Also muss man sich selbst Klopapier kaufen. Mein Kollege und ich ließen uns heute extra zu diesem Zweck bei einem schäbigen Supermarkt um die Ecke absetzen – wir sagten dem Fahrer nicht, wieso, er grinste schon genug als wir wieder herauskamen. Auf den ersten Blick gab es nur eine Rolle. In diesem Supermarkt gab es alles, von Mais bis Haarfärbemittel. Und eine Rolle Klopapier. Später wurden wir fündig, insgesamt gab es fünf (!) Rollen, die meisten davon waren bereits kaputt oder ausgepackt. Aber wir waren froh, dass es überhaupt welche gab. Meine Rolle kostete 46 Rupien, wenn ich das richtig verstanden hatte. Das sind umgerechnet in etwa 80 Cent. Toilettenpapier ist in Indien offensichtlich Luxus. Für 46 Rupien würde man unter Umständen eine komplette Mahlzeit bekommen.
Also, solltet ihr beim nächsten Mal zum Toilettenpapier greifen, denkt daran, wie gut ihr es habt.
Jul 21
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