Das Telefon schrillte. Bis ich das kapierte, dauerte es eine ganze Weile. Was ist das wohl für ein Geräusch? Ich schlug die Augen auf und nahm den Hörer ab.
„Hello?“
Ich war verwirrt. Also sagte ich,
„Kerstin Görtz…“
So antwortete ich immer zu Hause, wenn jemand mich anrief. Der Mann am anderen Ende der Leitung sagte etwas. Ich verstand nichts.
„Pardon?“
Ein Wort das ich damals beim Schüleraustausch in England gelernt hatte. Der Mann wiederholte seine Worte, diesmal etwas langsamer. Er war offenbar von der Rezeption, und er wollte meinen Kollegen sprechen. Ich ärgerte mich. War ich nicht kompetent genug, auch Sachen zu regeln?
„He is in the other room.“
„Okay.“
Der Mann legte auf. Huch, hatte er nicht was vergessen? Normalerweise sagt man doch Bye oder so was …? Ich starrte den Hörer an und legte stirnrunzelnd auf. Ich legte mich wieder hin.
Fünf Minuten später rief der gleiche Mann noch mal an.
„Here is the reception.“
Mir fiel nichts anderes ein als „Okay.“
„Your colleague does not go to the phone.“
„I think he is too tired…“ Nun, kein Wunder, in Deutschland wäre es gerade mal 6 Uhr morgens.
„Okay, there is someone on the phone for you. You can speak now.“
Ui, ein Anruf für mich! Na ja, für meinen männlichen Kollegen, der nicht ans Telefon geht. Haha. Ich kriegs Kotzen. Na ja, die Rolle der Frau ist hierzulande offensichtlich anders als zu Hause. Daran werde ich mich sicherlich nicht gewöhnen. Dafür bin ich zu emanzipiert.
„Here is
Ich hoffte ich würde genug verstehen, er redete genauso undeutlich wie der Mann an der Rezeption. Er wollte mir offenbar mitteilen, dass meine indische Kollegin sich darum kümmern würde, wann wir morgen in der Firma auftauchen sollen. Außerdem fragte er, ob der Trainingsplan angekommen sei. Und das war offensichtlich alles, denn kurze Zeit später legte er auf, wiederum ohne tschüss zu sagen. Das scheint wohl üblich zu sein.
Seufzend legte ich meinen Kopf wieder aufs Kissen, nur um kurze Zeit später wieder angerufen zu werden. Ich wurde nach Frühstück gefragt. Juhu! Ich hatte schon Hunger. Der Mann von der Rezeption fragte mich, was ich essen wollte.
„Do you want coffee?“
„Okay, coffee is fine.“ Ich bin zwar kein Kaffeetrinker, aber dem Tee vertraute ich bisher nicht.
„Omelette?“
„Okay.“ Da weiß ich wenigstens, was das ist. Ich dachte, er würde sicher mit irgendwas Seltsamen kommen später, wovon ich nicht weiß was das sein soll, für Experimente war es definitiv noch zu früh.
„With or without cheese?“
„With cheese, please“. Trockenes Omelette, na ja… Ich wusste nicht wann ich das nächste Mal etwas essen würde, etwas Nahrhaftes musste es also sein.
„Bread?“
„Bread is okay, thank you.“ Juhu, Brot.
„Bread? Toast? With butter?“
„Toast with butter.“ Jetzt fang nicht an, mich zu überfordern!
Er legte auf. Natürlich ohne ein Tschüssikowski und Bisdannimanski.
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