Jetzt darf ichs ja ….

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…zeigen! Meine Schwester hat heute geheiratet (natürlich bin ich totaaaaal stolz, ich darf mich jetzt Schwägerin nennen 🙂 Hihi!), und neben eines „normalen“ Hochzeitsgeschenks haben Phil und ich dem Brautpaar eine Torte gebacken. Leider ist niemand dazu gekommen, sie zu probieren, aber ich habe mir versprechen lassen, dass mein Schwesterherz mir erzählt, wie sie schmeckt. Ist ein Originalrezept (bis auf die Deko) von Alfons Schuhbeck. Ihr dürft euch gerne wundern, der aufmerksame Leser meines Blogs dürfte bereits mitbekommen haben, dass ich bekennende Koch- und Backlegasthenikerin bin. Doch eine Hochzeit ohne Kalorienbombe in Form einer Buttercremetorte (obwohl dieser Begriff gar nicht umfasst, welch verschiedene Genüsse diese Torte beinhaltet) – das geht gar nicht. Und ich habe das Rezept zufällig vor ein paar Wochen im Internet gefunden und habe sofort gedacht, die back ich für meine Schwester – und ihren Mann natürlich *hüstel* 😀

 

Schaut sie euch an. Ist das nicht ein Traum?!

Lecker schmecker.... !

Ein Mützchen zum Mantel….

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Einige von euch wissen ja, dass mein neuestes Projekt ein Mantel ist. Ich habe bereits einen Nähkurs besucht und bin auch fast fertig, jedoch erschließt mich der Sinn eines bestimmten Teils des Mantels nicht. Vielleicht werde ich am Mittwoch wissen, wo das hinkommt und vor allem wie … Jedenfalls hatte ich heute Langeweile und habe aus den winzigsten Stoffresten des hervorragenden Wollstoffs für den Mantel eine Mütze genäht – der Rest wird sicher noch für eine Tasche reichen …

 

Endlich darf ich euch verraten …

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… um welches Projekt es sich handelte, von dem ich bereits in meinen Skype-Nachrichten erzählt habe. Ich hoffe, ich habe einige Leute neugierig gemacht 😉 Jedenfalls ist es mein bisher größtes Nähprojekt und sollte – Premiere! – ein Geschenk sein. Und zwar für ein süßes kleines Mädchen, ein bisschen älter als ein Jahr alt – ja, in dem Alter ist man noch nicht so kritisch, so die Theorie 😀 Meinem Empfinden nach ist die Decke auch prima angekommen – hm, im Nachhinein hätte ich vielleicht auch erwähnen sollen, dass man die Decke eventuell sogar auf 30°C waschen kann – aber eine Garantie habe ich natürlich nicht. Ich habe jedenfalls ganz brav zuerst die Stoffe per Hand gewaschen (muah, das geht in die Arme, ich sags euch, und dann in so einem kleinen Waschbecken, ich flipp aus), und sogar gebügelt. Oh ja, ich habe keine Mühen gescheut. 🙂

Und dann gings auch schon los – Achtung, Bilder! (Ich weiß, ihr steht auf sowas *gnihihi* Pic or it didn’t happen, ihr habt Recht 🙂 ).

Los gings mit einem etwas unscheinbaren Stoffhaufen. Der sah nicht immer so aus, das waren mal Stücke von 1m x 40cm bzw. 1,50m x 1,50m. Geschrumpft auf 16x16cm. Jippi! Da raucht der Rollschneider. Ja, ich habs mir relativ einfach gemacht und habe das Quiltlineal und den Rollschneider verwendet, teilweise war der Stoff vierlagig… Ende vom Lied war, dass ich einige hübsche Fastquadrate wegwerfen durfte. Aber ihr kennt mich ja, wenns zu lange dauert langweile ich mich schnell und verlier die Lust. Also ist kämpfen angesagt!

Nach einiger Zeit habe ich dann immer zehn Quadrate an einer Seite zusammengenäht, so dass ich 13 (? ich glaub ja, bin mir aber nicht sicher) laaaaange Stoffstreifen bekam. Ich hielt immer zwei nebeneinander und… passte nicht. Also habe ich einige Nähte wieder geöffnet und nochmal zusammengenäht, diesmal mit Lineal und Bleistiftzeichnung. Für die ganz Blöden unter uns. Dann habe ich alle 13 Stoffstreifen aneinandergenäht… Zum Schluss sah das Ganze dann so aus:

Sowas nennt sich schon Patchwork. Ganz viele Stoffteile aneinandergenäht. Klar soweit? Gleich kommt der Untschied zu einem Quilt, also aufpassen!

Jetzt hatte ich also einen hübsch bunt zusammengenähten Stoff, ich bin dann nochmal zum Stoffladen gedüst (der in Krefeld liegt ganz malerisch mitten im Feld, sehr schön! Wetter war auch klasse- nur ging das Wochenende für die Handarbeiten drauf, und grad da wars ausnahmsweise warm… Aber ich schweife ab…) und habe einen weiteren Stoff gekauft, in Creme, 1,50m x 2m. Vlies hatte ich auch schon, ebenfalls 1,50m x 2m. Ihr ahnt was jetzt kommt? Rischtisch. Hamburgermäßig (zum Vergleich: das Folgende ist ein Hamburger:)

… habe ich dann den bunten Stoff, das Vlies und den Cremestoff aneinandergenäht. Der bunte Stoff ist die obere Brötchenhälfte, der cremefarbene Stoff ist die untere Brötchenhälfte, und mittendrin ist ein dickes Vlies, quasi das Fleisch in schmeckt-nicht. Ihr fragt euch jetzt bestimmt: Hä? Was will die?! Hier mal in Bildern:

Vorder- und Rückseite des Quilts

Detailaufnahme des Rands

 

Sowas nennt man einen Quilt. Wenn man nämlich mehrere Schichten Stoff, meist mit Vlies, aufeinander näht, so dass kleinere „Kissen“ entstehen. Quilten kann man, muss man aber nicht mit Patchwork verbinden. Quilten ist im Grunde das Nähen mit Ziernähten. Ich habe leider unterschätzt, wie dick der Stoff wird, wenn man ein Vlies darunternäht. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was passiert, wenn man mitten auf der Decke eine Naht komplett durchnähen muss. In den Nählehrbüchern steht, man soll den Stoff an einer Seite aufrollen, damit er unter die Nähmaschine passt. Haha. Quetsch, quetsch, zieh, in der Hoffnung, dass die Naht trotzdem gerade wird 🙂

Doch auch das war irgendwann erledigt, und nun sollte nur noch der Rand folgen. Nein, nicht mit Schrägband, ich wollte unbedingt einen passenden Rand. Also stinknormalen Stoff genommen, in Streifen geschnitten, an der kurzen Seite aneinandergenäht und dann rundum an die Decke genäht. Natürlich umgestülpt, damits einigermaßen aussieht. Und das ist das Ergebnis:

Ich danke allen, die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, allen voran meinen lieben Kolleginnen und Kollegen, die mich in jeglichen Entscheidungen geholfen haben, und mich auch zum Stoffladen gekarrt haben (wir können mit Stolz sagen, wir sind seeeehr spontan, ja ich meine dich 😉 ), meiner Mama und Digi, und ganz besonders den Mädels aus dem Handarbeitsthread im Katzenforum, für konstruktive Kritik und jedes Lob (ich fühl mich so gebauchpinselt 🙂 ), und natürlich Phil, der mich immer unterstützt und mich tritt, wenn ich nicht weitermachen mag. Macht nur weiter so, das nächste Projekt kommt bestimmt 😀

Ich hoffe, sie gefällt euch und inspiriert euch dazu, auch mal so etwas zu probieren 🙂

Was ist das?

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Ein kleines Ratespiel! Was könnte das sein? 😀

 

Ist mein erster Versuch, ein Stofftier zu nähen. Ich verrate euch aber nicht, was es ist! Ihr dürft raten 🙂

Show Me Your Eyes

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Das habe ich schon in einigen Blogs gesehen und fand es sehr faszinierend. Photoshopbasteleien an sich finde ich äußerst spannend. Es geht darum, ein Bild von sich so zu verfremden, dass das gesamte Bild schwarzweiß ist, nur die Augen sind noch in der Originalfarbe. Wenn man weiß, wie es geht, ist es eigentlich total einfach. Hier also mein Bild:

Show Me Your Eyes

Und weils so schön war, hier nochmal in Groß:

eyes

Übertrieben oder genau richtig?

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In Indien habe ich jemanden kennengelernt, der erst im Nachhinein etwas wirklich „Besonderes“ wurde. Ich denke oft über ihn nach, nicht, weil er mir besonders gefällt, sondern weil er etwas getan hat, wovon ich nicht weiß, ob ich es bewundern oder als Blödsinn abtun soll.

Viele Menschen wissen, dass in Indien noch das Kastendenken herrscht. Die Leute heiraten nur in ihrer eigenen Kaste, suchen sich also mit Absicht einen Partner, der der eigenen Kaste angehört – wenn sie es sich denn überhaupt aussuchen dürfen. In der Regel sind die Heiraten arrangiert, wie im Mittelalter in diversen Königshäusern. Und genau da liegt das Problem. Auch in Indien fällt die Liebe irgendwohin, ungeordnet, ohne Kastenschema. Und da ist es leicht, dass jemand aus der einen Kaste sich in jemand anders aus einer anderen Kaste verliebt. Selbst in meiner verhältnismäßig kurzen Zeit, die ich dort verbrachte, habe ich einige Dramen mitbekommen. Ich habe mühsam versucht, mich herauszuhalten, und Kritik am Kastenschema herunterzuschlucken. Das ist mir oftmals nicht gelungen, die Leute klagten mir ihr Leid. So auch mein Freund, von dem ich hier erzählen möchte. Da ich ihn nicht bloßstellen möchte, nenne ich ihn in meiner Geschichte Sam. Sam ist verliebt, schon seit ein paar Jahren. Das Mädchen ist seine beste Freundin, sagt er jedenfalls. Er würde am Liebsten Tag und Nacht bei ihr sein. Er tut alles für sie, führt sie zum Essen aus, tröstet sie, wenn sie Probleme mit ihren Eltern hat und versucht, ihr das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Doch irgendwann steht er vor ihrem Haus und möchte ihren Vater fragen, ob er sie heiraten darf. Er findet ihn nicht, aber seine Freundin merkt, dass er da ist und ist schrecklich wütend. Ihr Vater ist streng, und er mag keinen männlichen Besuch bei sich zu Hause, egal was er dort will. Sam ist tief getroffen und trifft eine Entscheidung, die mit Sicherheit sein Leben verändert. Er kündigt seinen Job und zieht in einen anderen indischen Staat, lässt alles hinter sich, um ein neues Leben anzufangen, nur damit sie wegen ihm nicht mehr Scherereien bekommt. Angesichts der Tatsache, dass Mumbai 12 Millionen Einwohner hat, und es damit recht schwer sein dürfte, ein und dieselbe Person (ohne vorher ausgemachtem Treffpunkt) zweimal über den Weg zu laufen, ist das schon ein starkes Stück.

Bevor er in diesen anderen Staat zog, rief er mich an, mehrmals (das dürfte recht teuer geworden sein von Asien nach Europa), und schrieb Emails und SMS. Er fragte um Rat. Ich sagte ihm, er sollte sich das überlegen, das ist doch Blödsinn, warum sollte sie wollen, dass er umzieht? Was ist mit seiner Familie, seinem Job, seinen Freunden? Er meinte, ohne seine Freundin hätte auch der Kontakt zu anderen keinen Zweck mehr.

Irgendwann schrieb er, dass er nun seine Koffer packt und geht, und dass auch Gott keinen anderen Ausweg für ihn hätte. Das war seine letzte Email. Er meldet sich nicht mehr. Ich überlege mir, wo er ist, was er macht, und ob es ihm gut geht. Und ob ich für meine große Liebe auch soweit gehen würde. Ich bin anders aufgewachsen, ich darf lieben und heiraten wen ich will. Andere Leute haben nicht soviel Glück. Würde ich dasselbe tun, um meine Liebe zu schützen? Bollywoodfilme sind wohl doch nicht so übertrieben, wie ich gedacht habe. Solche Dinge passieren.

Blogjulklapp: Indien – die „Aussenansicht“

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Im Rahmen von Konnas Blogjulklapp kommt hier nun mein – zugegebenermaßen etwas verspäteter – Gastbeitrag.

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um meine Sicht von HappyKerkys Indienaufenthalt niederzuschreiben.

Als sie das erste Mal sagte „Ich bin dann wahrscheinlich zwei Monate in indien“ habe ich mir noch gedacht, dass dies wahrscheinlich nicht so klappen wird. Welche Firma schickt ihre neuen Mitarbeiter schon direkt nach Indien?

Aber als das Ganze immer konkreter wurde und ich erfuhr, dass es ja auch eine indische Firma ist, wurde mir die Sache immer plausibler – und HappyKerky immer nervöser. Sie sollte also zum ersten Mal in ihrem Leben für eine lange Zeit in unerreichbarer Ferne sein.

gut, habe ich mir gedacht, das wird sicher eine interessante Erfahrung sein. Das es leicht wird, dachte ich mir nicht – und ganz so leicht war es dann ja auch nicht. Der Tag rückte immer näher, sie wurde nervöser, kaufte mehr und mehr Indienbücher und ich wusste nicht, was mein virtuelles Schwesterlein denn erwarten würde. Sie fand die hier im Blog eingebundenen Videos von Mumbais Straßenverkehr und ich dachte mir nur „Hoffentlich überlebt sie das“.

Die Abreise kam, der Abschied fiel leichter als gedacht (mein Hirn hatte das mit den zwei Monaten wohl noch nicht so ganz verdaut) und HappyKerky flog etliche Stunden über den Wolken.

Zwei Tage hörte man nichts von ihr. Dann kamen erste Skype- und ICQ-Nachrichten. Alles war bestens nur so überwältigend neu. Das Appartment entsprach in keinster Weise irgendwelchen westlichen Standards und sie vertrug das Essen nicht so.  Aber HappyKerky hat sich durchgeschlagen. Sie warf sich mit frohem Mut in die tollsten Abenteuer (Sprich: indisches Engisch, indisches Essen und indischer Straßenverkehr) und kam immer besser damit klar. Mir fehlte siie und ich war froh, dass zumindest die virtuelle Kommunikation aufrecht erhalten werden konnte. So war ich mir sicher, dass es ihr auch tatsächlich gut ging – ausserdem fehlte sie mir.

Nach dem ersten Monat hätt ich sie gerne mal geknuddelt, was aber leider nur virtuell ging. Die Hälfte geschafft, die halben sorgen auf meiner Seite ausgestanden und eine unversehrte HappyKerky auf dem Rückflug in überschaubarer Zukunft. Erleichterung meinerseits darüber, dass ihr Magen mit dem Essen immer besser klar kam (ich sah schon eine ausgemergelte Kerky auf dem Flughafen auf mich zukommen, die sich hinter Kate Moss hätte verstecken können) und sich schon so an den indischen Straßenverkehr gewöhnt hatte, dass ihre Überlebenschancen drastisch gestiegen waren.

Dann kam der Rikschaunfall und der Krankenhausaufenthalt, den ich per Instant-Messenger mehr oder minder live mitbekam. Und das kurz vor dem Ende. Und sie hatte sich noch für eine zweiwöchige Verlängerung entschieden. Als ich das hörte (bzw. las) dachte ich mir nur „Mutig! So lange durchgehalten und dann noch zwei Wocheen länger – Respekt!“

Aber HappyKerky hat alles so gut wie Schadlos überstanden, ist um einige Erfahrungen reicher und im Grunde immer noch die selbe wie vorher.

Zu ihrer großen Überraschung habe ich sie am Frankfurter Flughafen abgeholt (und traf dort ihre Eltern), da ich sowieso gerade in der Nähe war und mir diese Gelegenheit nicht nehmen lassen wollte.

So gab es ein schönes Wiedersehen als sie im Sari aus der Tür zum Gate kam und sie ist mir erstmal um den Hals gefallen. Ich merkte, dass sie trotz aller schönen und positiven Erfahrungen froh war, wieder hier zu sein.

Es ist halt vieles schön, aber einiges eben nur eine Zeitlang 🙂 So hatte sie endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen und ich endlich meine Schwester wieder. Seitdem ist sie mehr Schwesterchen für mich als je zuvor.

Es war eine interessante Zeit, und HappyKerky würde sie wahrscheinlich wiederholen, wenn sie könnte, aber Sorgen machen würde ich mir immer wieder. Ich war nur sehr froh, dass sie bei den jüngsten Anschlägen nicht mehr in Indien war. Das mein Chef seit anderthalb Monaten in Thailand ist, reicht mir an Fremdaufregung 🙂

Reisen in Mumbai

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Reisen in Mumbai ist, wie man es dreht und wendet, ein Abenteuer. Egal, ob man mit einer Riksha, dem Bus oder mit dem Zug fährt, als Europäer hat man Angst um Leib und Leben – oder man lacht sich kaputt. Hat jemand von euch schonmal versucht, in einer Riksha sich den Weg zu notieren? Nein? Ich schon. Und ich dachte ich hätte eine schöne Handschrift. Die Riksha buckelt wie ein Wildpferd auf vielen Straßen in Mumbai. Man sollte auch nicht die Tasche öffnen während der Fahrt, mit Pech könnte es sein, dass der Inhalt auf die Straße fällt. Und bei Regen könnte es sein, dass man von oben bis unten klatschnass wird, weil ein anderes Auto neben der Riksha durch eins der tiefen Löcher in der Straße fährt. Igitt, aber alles schon passiert. Blöd, wenn man grad auf dem Weg zum Büro ist.

Eine Riksha von innen

Aber man sollte nicht meckern, man sollte froh sein, überhaupt eine Riksha erwischt zu haben. Heute zum Beispiel haben wir eine halbe Stunde gewartet, bis eine Riksha bereit war, uns zum Büro zu fahren. Viele hatten einfach die Fahrt verweigert, weil die Strecke ihrer Meinung nach zu kurz ist. Laut Tageszeitung können solche Leute zu 100 Rupien Strafe verdonnert werden und sogar den Führerschein abgenommen kriegen. Manchmal wünsche ich mir einen Polizisten vor meinem Apartment. Aber in Indien ist es ja sowieso egal, ob man pünktlich ist oder nicht. Man sollte allerdings darauf achten, dass das Taxometer („Meter“) angestellt ist, und bei vorgeschlagenen Festpreisen immer nein sagen. Die sind nämlich immer (!) Wucher. Touristen werden halt gerne verarscht, aber die lieben Rikshafahrer haben nicht mit uns gerechnet. Sie wurden schon schallend von uns ausgelacht. Pech!

Am Wochenende haben wir uns an das nächste Abenteuer herangetraut, nämlich Zug fahren. Ihr kennt das sicher, schlimme Videos auf Youtube mit halb zerquetschten Leuten.

Naja, es war Sonntag, und es war nicht ganz so schlimm. Zur Rushhour würde ich sicher nicht mit dem Zug fahren wollen. Ich würde wahrscheinlich gar nicht erst die Treppe erreichen.

Bahnhof

Das Problem an der Sache mit dem Ein- und Aussteigen ist der, dass der Zug nur 30 Sekunden hält, egal an welchem Bahnhof. Es will natürlich jeder Hinein und vor allem Hinaus. Aus diesem Grund gibt es getrennte Abteile für Männer und Frauen, damit die lieben Mädels auch eine Chance haben, ihr Ziel zu erreichen. Trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl.

Der Zug kam, mit offenen Türen. Die Leute hängten sich an die Haltestangen im Zug, so dass sie mit dem Oberkörper schon draußen waren, damit sie die ersten sind, die raus können. Ich wurde an die Hand genommen und quasi in den Zug hineingezogen. Wir blieben an der offenen Tür stehen, da wir nur zwei Stationen fahren würden. Wir würden sonst nicht herauskommen. Ich musste mich an einer Stange, zwanzig Zentimeter über mir, festhalten.

Offene Tür im Zug

Eine Frau mir gegenüber, vollständig in schwarz gekleidet (man konnte nur die Augen sehen), kicherte, als sie mich sah, und ich grinste gequält. Die Reise war sehr aufregend, der Zug rüttelte und fuhr (meiner Meinung nach) ziemlich schnell. Ventilatoren hingen von der Decke, aber es waren solche, die man normalerweise auf den Tisch stellt, keine klassischen Deckenventilatoren. Mir war trotzdem heiß und ich schwitzte, wahrscheinlich auch vor Aufregung. Leute stiegen ein und aus und schubsten mich dabei aus Versehen.

Dann kam unsere Station und ich hielt unwillkürlich die Luft an. Denk dran, Ellbogen raus! Ich bin eigentlich kein Freund von körperlicher Gewalt… Bis eine alte Frau auf den Zug sprang und auf Hindi fluchte, schubste und versuchte an uns vorbeizukommen. Ich nahm allen meinen Mut zusammen und sprang, auf niemanden achtend, aus dem Zug. Als ich kapiert hatte, dass ich es geschafft habe, war der Zug auch schon weitergefahren.

Indien und die Sicherheit

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Schon in den ersten Tagen, die man in Indien verbringt, stellt man sich eine bestimmte Frage. Leiden die Leute hier unter Verfolgungswahn? Man kann nicht einmal McDonald’s betreten, ohne dass jemand in die Taschen schaut. Am Anfang fand ich das ziemlich laecherlich und wichtigtuerisch. Am jedem Eingang in eine Shoppingmall muss man durch einen Detektor treten, genau wie am Flughafen. Auch auf der Arbeit braucht man einen Ausweis, um reinzukommen, und es sind keine elektronischen Geraete erlaubt (einmal hatte ich eine Fotokamera dabei, das gab einen Aufstand!). Gerade bei uns „anders Aussehenden“ wird so gut wie immer der Ausweis kontrolliert, ich vermute, aus Neugierde. Na ja, im Buero verstehe ich ja noch, warum man keine Speichermedien mitnehmen darf, man koennte ja geheime Daten herausschmuggeln. Aber selbst mit einem USB-Hub darf man nicht in das Gebaeude. Naja, ich habe daraus gelernt und nehme nichts Elektronisches mehr mit, ausser mein Handy – obwohl dort auch eine Kamera eingebaut ist, und sogar eine Micro-SD-Karte. Das ist wiederum vollkommen okay. Unlogisch.
Die staendigen Kontrollen ueberall und in jeder Lebenslage mag ich nicht. Besonders das Wuehlen in meiner Handtasche. In Deutschland ist der Inhalt einer Damenhandtasche ein Mysterium, hier weiss so gut wie jeder, was drin ist. Ich habe mittlerweile den Inhalt meiner Tasche reduziert, das ist fast wie Seelenstriptease. Ein bisschen Privatsphaere bleibt mir dann doch noch. Einmal wurde ich sogar gefragt: „What’s this?“ – es war lediglich mein Portemonnaie, prall gefuellt mit zig Rupees – ich habe halt nie eine Ahnung, wieviel ich mitnehmen soll, es koennte ja doch noch eine Shoppingtour kommen (naja, wirklich viel ist es auch nicht, es sieht nur so aus, eine Rupie ist ja nicht viel wert!). Aber so gross, dass darin etwas versteckt sein koennte, war es nicht. Sie gab sich dann auch mit der Antwort zufrieden.
Morgens werden wir von einem Mann in Uniform (Security!) zum Trainingsraum begleitet. Er hat sogar eine Muetze an, die mich an irgendwas erinnert. Ich weiss nicht was es ist, aber ich muss immer grinsen. Man kommt sich dann auch selbst irgendwie wichtig vor und stolziert ihm hinterher.
Auf der einen Seite finde ich die Sicherheitsvorkehrungen seltsam, aber irgendwie auch nicht. Vor einer Reise nach Mumbai wurde man nicht gewarnt, aber in anderen Teilen des Landes sind in der letzten Zeit Menschen gestorben wegen terroristischen Anschlaegen. Auf der einen Seite ist es weit weg, aber auf der anderen – warum sollte hier nichts passieren, schliesslich ist Mumbai eine Metropole. In der Zeitung erfaehrt man nicht viel, aber offenbar haben sie einen Verantwortlichen gefunden. Ich werde jedenfalls verfolgen, wie es weitergeht.

Uff

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Habe gerade mein Abendessen vertilgt. Oh Mann. Was die Leute hier unter Prawns Sweet & Sour verstehen… Das Zeug ist so scharf, dass nach einer Schüssel plus Reis alles andere bitter schmeckt. Sogar die Cola. Und das Brot, dass ich zum Löschen mümmele. Holt die Feuerwehr! Wirklich, kein Scherz. Süßsauer ist bei uns alles andere als scharf, aber in Indien… Ich frage mich, ob sie das nicht richtig verstanden haben, was ich haben wollte. Aber Prawns waren drin (übrigens sehr lecker). Das Gericht an sich war auch gut, aber dann doch etwas zu „spicy“. Ich hatte gedacht, ich müsse nicht extra sagen, dass ich es „less spicy“ haben möchte. Pustekuchen.

Gestern hatte ich Chicken Chowmein, ich dachte eigentlich das wären gebratene Nudeln. In Wirklichkeit waren das Nudeln in einer ziemlich schleimigen Sauce. War lecker, und auch nicht scharf. Dazu gab es ein Schüsselchen mit Sojasauce und ein anderes mit einer rötlichen, sehr scharfen Sauce, die man hier sehr oft zum Essen bekommt. Vielleicht weiß ja einer der Leser hier, welche ich meine, und vielleicht wie sie heißt oder wie man sie sogar herstellt. Ich hatte leider keinen indischen Mit-Esser, der mir den Namen hätte sagen können.

Im Allgemeinen ist die Küche hier sehr abwechslungsreich. Ich denke ich könnte die 2 Monate jeden Tag etwas anderes essen, und jedesmal etwas völlig Neues probieren. Scharf angemachten Reis, Dal (Kichererbsenbrei), fritierte Körner usw… Dass ich keine Kokosnuss mag, ist hier egal, obwohl schonmal gerne Kokosnusssauce auf den Tisch kommt. Es gibt genug Alternativen. Ich hoffe, ich kann etwas davon mit nach Hause nehmen, vielleicht ein entsprechendes Kochbuch oder so. Frage ist natürlich, ob man in Deutschland die geforderten Gewürze bekommt.

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